Zahnschmerzen treffen in neuer Praxis auf Kunst

Früher war in den Räumen an der Königstraße 61 eine Krankenkasse untergebracht. Manhardt Barthelmie hat sie für seine Zwecke umgebaut.
Früher war in den Räumen an der Königstraße 61 eine Krankenkasse untergebracht. Manhardt Barthelmie hat sie für seine Zwecke umgebaut.
Foto: Alexandra Roth
Manhardt Barthelmie nutzt die großzügige Etage im Mercatorhaus als Galerie, behandelt aber auch Patienten.

Innenstadt.  Schon als junger Student hat sich Manhardt Barthelmie für Kunst interessiert. Er hat als Jugendlicher Geige gelernt, überlegte sogar Musik zu studieren, entschied sich dann allerdings doch für etwas Anständiges: Zahnmedizin. Nun verbindet der 69-Jährige, der seine berufliche Laufbahn bereits beendet und seine Praxis in Xanten abgegeben hatte, beides. Im Mercatorhaus an der Königstraße hat er neue Räume gefunden, die er als Galerie nutzt und in denen er gleichzeitig Patienten behandelt. Die gute Nachricht: Wer sich einfach nur für die Kunst interessiert, darf auch ohne Behandlungstermin vorbeischauen. Die erste Ausstellung wird am 26. November eröffnet.

„Als Student bin ich immer an einem Möbelhaus vorbeigekommen und war fasziniert von einer Sitzecke von Le Corbusier. Aber die war natürlich viel zu teuer. Also habe ich mir geschworen, dass ich mir die Möbel irgendwann einmal leisten werde“, erinnert sich Barthelmie. Nun stehen die charakteristischen in ein Metallgestell gefassten Möbel im Wartezimmer. Auch die Kinderstühle stammen von einem Designer – und an den Wänden hängen großformatige Bilder. Im Zentrum stehen Fotografien von Thomas Florschuetz die seinen Blick auf Architekturen von Le Corbusier zeigen. Gleichzeitig ist ein Teil der Praxis mit Möbeln und Objekten von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand eingerichtet.

Besichtigung ohne Arzttermin

„Für mich ist es eigentlich nichts Neues, die Kunst mit der Praxis zu verbinden.“ Schon in Xanten habe er stets Bilder aus seiner umfangreichen privaten Sammlung gezeigt. Auch hiermit hat er schon als Student angefangen. „Irgendwann brauchte ich mal Bilder für die Wände.“ Statt ins schwedische Möbelhaus ging’s eben in Galerien und auf Ausstellungen, wo er für kleines Geld Gemälde kaufte. Später tauschte er einige gegen wertvollere Stücke. „Zu meinen Patienten gehörten schon immer Künstler. Manchmal bezahlten sie mich mit ihren Werken“, erzählt Manhardt Barthelmie. Die gezeigten Werke sollen regelmäßig wechseln. Im nächsten Jahr könnten es zum Beispiel Malereien sein.

In seiner Praxis hat sich Barthelmie auf die ganzheitliche Behandlung spezialisiert Zu seinen Schwerpunkten gehören die Parodontologie, Implantologie, Kiefergelenkstherapie und homöopathische Ansätze. „Langfristig suche ich jemanden, der mit in die Praxis einsteigen möchte. Aber momentan fühle ich mich noch fit.“

 
 

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