Zahl der Schwarzfahrer in Duisburg höher als andernorts

In Duisburg zahlen besonders wenige Fahrgäste für ihre Fahrten mit dem ÖPNV.
In Duisburg zahlen besonders wenige Fahrgäste für ihre Fahrten mit dem ÖPNV.
Foto: Stephan Eickershoff
Bei ihren Routinekontrollen ertappten die Kontrolleure in den Bussen und Bahnen der Duisburger DVG im vergangenen Jahr 3,7 Prozent der Fahrgäste als Schwarzfahrer, bei den Sonderkontrollen sogar 7,3 Prozent. Damit ist die Zahlungsmoral deutlich schlechter als in den Nachbarstädten.

Duisburg. Die Zahlungsmoral, für einen Transport in Bus oder Bahn der DVG auch ein gültiges Ticket zu kaufen, ist in Duisburg deutlich schlechter als beispielsweise in Essen oder im ganzen VRR-Gebiet. Dies belegt eine aktuelle Schwarzfahrer-Statistik der DVG über Routine- und Sonderkontrollen in ihren Linien.

Während bei Routine-Kontrollen im vergangenen Jahr 2012 in Duisburg beachtliche 3,7 Prozent der kontrollierten Fahrgäste ohne ein Ticket angetroffen wurden, zählten Kontrolleure in der Nachbarstadt Essen lediglich 1,8 Prozent der Fahrgäste ohne Ticket. Im VRR-Gebiet waren es nach Angaben der DVG im Schnitt nur 3,5 Prozent.

„Schwarzfahren ist eine Straftat“

Bei Ticket-Sonderkontrollen, die die DVG in diesem Jahr insgesamt sechsmal durchgeführt hat, wurden in Duisburg beachtliche 7,3 Prozent der Fahrgäste als Schwarzfahrer identifiziert und zur Kasse gebeten bzw. Anzeigen gegen sie verfasst. Zum Vergleich: In Essen stieß man bei Sonderkontrollen nur auf 3 Prozent Schwarzfahrer, im großen VRR-Gebiet sind es nur 3,5 Prozent Schwarzfahrer.

„Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, mahnt deshalb eindringlich DVG-Sprecherin Anamaria Preuss, „deshalb führt Schwarzfahren bei Fahrgästen, die wiederholt ohne gültigen Fahrschein angetroffen wurden, zu einer Strafanzeige.“

Pro Tag steigen in Duisburg 173.000 Menschen in Busse und Bahnen der DVG. Das sind an 365 Tagen im Jahr stattliche 63,1 Millionen Fahrgäste. Viel zu viele von ihnen sind aber nicht als zahlende Kunden unterwegs. Dies geht zu Lasten der Verkehrsbetriebe und zu Lasten der zahlenden Kundschaft. Deshalb schicken die Verkehrsbetriebe tagtäglich ihre Kontrolleure zu Routinekontrollen in die Fahrzeuge. Dabei wurden im vergangenen Jahr 2012 insgesamt 580.000 Fahrgäste kontrolliert. Davon konnten dann 21.400 (3,7 Prozent) keinen gültigen Fahrausweis vorweisen.

Abgesichert von der Polizei

Sechsmal im Jahr schlägt die DVG mit der Polizei zu Sonderkontrollen auf. Dabei werden an zufällig ausgewählten Haltestellen über mehrere Stunden konsequent alle Fahrgäste in den dort haltenden Fahrzeugen überprüft, ob sie mit einem gültigen Ticket unterwegs sind. Zuletzt so geschehen am Donnerstag, 12. Dezember, zwischen 15 und 21 Uhr an der Haltestelle „König-Heinrich-Platz“ in Bahnen der Linie 903. Abgesichert durch fünf Polizeibeamte kontrollierten 22 Ticketprüfer und zwei Sicherheitskräfte an diesem Tag 3112 Fahrgäste in 88 Fahrzeugen. Ergebnis: 190 Fahrgäste wurden ohne gültiges Ticket angetroffen, das sind rund 6,1 Prozent. Wieder eine überdurchschnittliche Quote im Revierstädtevergleich.

Über die Gründe, warum in Duisburg deutlich mehr als anderswo im ÖPNV schwarz gefahren wird, kann man nur spekulieren. Verlässliche Aussagen dazu liegen nicht vor. Zudem hat die Polizei bei der Aktion 37 Personalienüberprüfungen durchgeführt, gegen 21 Schwarzfahrer wurde Strafanzeige erstellt. Insgesamt haben DVG und Polizei nur bei den sechs Sonderkontrollen in 2013 exakt 15.600 Fahrgäste kontrolliert und sind dabei auf 1127 Schwarzfahrer gestoßen (7,3 Prozent).

Angesichts der hohen Quoten unterstützt die DVG deshalb die Bestrebungen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), das erhöhte Beförderungsentgelt von 40 auf 60 Euro anzuheben. DVG-Sprecherin Preuss: „Es handelt sich hier um ein Erschleichen von Leistungen und somit um eine Straftat.“

 
 

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