Zahl der Einbrüche geht zurück

Eine nachgestellte Szene: Einbrecher haben es eilig. Gibt’s Probleme, brechen sie den Versuch ab.
Eine nachgestellte Szene: Einbrecher haben es eilig. Gibt’s Probleme, brechen sie den Versuch ab.
Foto: WAZ FotoPool
Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr weniger Einbrüche. Aber nur 12 Prozent dieser Fälle wurden laut Kriminalitätsbericht gelöst. Die Gesamtaufklärungsquote bei 52.755 Fällen betrug 50,07 Prozent.

Duisburg.. Bei der Duisburger Polizei wurden im Vorjahr 1590 Einbruchsfälle angezeigt, das waren 199 oder rund vier Prozent weniger als noch 2011. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Deliktzahlen für das Land NRW im Gegensatz dazu um 7,5 Prozent gestiegen sind. Auffällig ist, dass nur 199 Fälle in Duisburg gelöst werden konnten – das entspricht einer Aufklärungsquote von 12,52 Prozent.

„Wir wissen, dass Verbrechen dieser Art die Menschen in besonderer Weise treffen, weil ihre Intimsphäre verletzt wurde“, erklärte Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels bei der Vorstellung des Kriminalitätsberichts 2012. Bei den Tätern würde es sich hauptsächlich um überregional oder sogar international tätige Banden handeln.

Die Duisburger Entwicklung gegen den Trend erklärt Bartels auch mit der guten Arbeit des Kommissariats für Prävention und Opferschutz, deren Kräfte im Rahmen der Aktion „Riegel vor!“ viele Bürger daheim vor Ort beraten hatten – etwa, welche technischen Vorrichtungen es gibt, um sich besser gegen Einbrecher zu schützen. Das erklärt auch, warum die Zahl der abgebrochenen Einbruchsversuche in 2012 deutlich zugenommen hat. „Wenn die Täter nicht sofort reinkommen, sind sie weg, weil das Risiko steigt, erwischt zu werden“, so die Polizeipräsidentin.

18.069 Tatverdächtige ermittelt

Die Stadtteile mit den meisten Einbrüchen waren laut Dieter Kretzer, dem Direktionsleiter Kriminalitätsbekämpfung, die Altstadt, das Dellviertel, Kaßlerfeld, Hochfeld und Bruckhausen sowie einige südliche Stadtteile, in denen wohlhabendere Menschen leben.

Zu den Basisfakten: Die Polizei erfasste 52.755 Fälle – 2904 (oder 5,22%) weniger als noch 2011. In der Zehn-Jahres-Statistik ist dies aber der dritthöchste Wert. Die Aufklärungsquote lag bei 50,07% (2011: 52,65%). Die Zahl der Tötungsdelikte ging von 15 auf neun zurück – darunter ein vollendeter Mord, ein Totschlag, eine fahrlässige Tötung und sechs Fälle von versuchtem Totschlag. Unter den zehn ermittelten Tatverdächtigen waren vier deutsche Staatsbürger, die übrigen waren Migranten.

Zahl der Körperverletzungen stagnierte

Insgesamt wurden 18.069 Tatverdächtige ermittelt – 731 weniger als 2011. Darunter waren „nur“ 602 Kinder unter 14 Jahren – der beste Wert der vergangenen zehn Jahre. Auch bei Jugendlichen (14-18 Jahre, Tatverdächtige: 1705) und Heranwachsenden (19-21 Jahre, Tatverdächtige: 1986) waren die Zahlen rückläufig. Die größte Gruppe stellten wie gewohnt die Erwachsenen mit 13 776 Tatverdächtigen (2011: 14 098).

Mehr Fälle (621), aber eine geringere Aufklärungsquote (43,96%) gab es im Bereich Raub und räuberische Erpressung. Vor allem Handtaschenräuber machen der Polizei immer mehr zu schaffen. Die Zahl der Körperverletzungen stagnierte mit 4166 auf einem hohen Niveau. „Trotz zahlreicher Mehrfachbelastungen durch die NSU-Ermittlungen, die Rockerfehde oder den versuchten Sprengstoffanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof leisten alle Polizeikollegen in Duisburg exzellente Arbeit“, lobte Kretzer.

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