„Wir haben sofort reagiert“

Nach dem Lagerhallen-Brand wurde vereinzelt Kritik von Anwohnern laut, die sich ungenügend und zu spät über den Asbest-Alarm informiert fühlen. Einige wunderten sich zudem, warum die Sirenen in diesem Fall nicht gewarnt hatten. Im Gespräch mit der NRZ sieht die Leiterin des Krisenstabs, Sicherheitsdezernentin Dr. Daniela Lesmeister, allerdings keine Versäumnisse. „Das Landesumweltamt hatte uns erst am frühen Samstagmittag über die Asbest-Problematik informiert. Davor war die Gefahr durch den Brand in der Nacht ja noch gar nicht bekannt, früher hätten wir also gar nicht reagieren können“, sagte Lesmeister. „Wir haben unmittelbar Absperrmaßnahmen installiert und die Bevölkerung mit Unterstützung der Polizei über Lautsprecher-Durchsagen informiert, dazu das Gefahrentelefon geschaltet.“

Auf das Auslösen der Sirenen habe man verzichtet, sich stattdessen für die persönliche Ansprache vor Ort entschieden. „Das Ordnungsamt war mit vielen Kräften vor Ort, hat Handzettel verteilt und die Bewohner in der Nachbarschaft persönlich informiert. Der Vorteil ist, dass dabei auch gleich Nachfragen beantwortet werden können. Ich halte das Vorgehen in diesem Fall für sinnvoller als den Sirenenalarm, der ja nur bei akuter Gefahr ausgelöst wird“, sagt die Dezernentin für Sicherheit und Recht, der in der Verwaltungsorganisation auch die Feuerwehr untersteht. Natürlich habe das Zusammenrufen der Ordnungsmitarbeiter und das Drucken der Zettel einige Zeit gedauert. Aber: „Als die Gefahr bekannt war, haben wir sofort reagiert.“

Für die Stadt war der Asbest-Alarm die erste Bewährungsprobe nach der seit einem Jahr laufenden Neustrukturierung der Krisenstabs-Arbeit. Im Herbst 2013 wurden zahlreiche Missstände bekannt, Gutachter sahen „akuten Handlungsbedarf“, da die Stadt für den Schadensfall nicht hinreichend vorbereitet sei. Das fing schon bei den technisch mangelhaft ausgestatteten Räumlichkeiten an, zudem gab es nicht genug Krisenstabs-Helfer, alleine die Einberufung führe am Wochenende zu Problemen.

Derartige Probleme seien der seit wenigen Monaten im Duisburger Rathaus tätigen Dezernentin jedenfalls nicht begegnet. „Die Besetzung war jedenfalls kein Problem“, sagt Lesmeister. Der Krisenstab sei seit Samstagmittag durchgehend im Einsatz. Man habe die Lage jederzeit im Griff gehabt, sagt Lesmeister: „Optimierungsbedarf gibt es natürlich immer. Wenn Ruhe eingekehrt ist, werden wir uns damit beschäftigen und analysieren, was wir optimieren können.“

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