Wieder Aufmarsch am Bahnhof

Wie geht es weiter mit Pegida in NRW und speziell in Duisburg? Spätestens seit dem Rücktritt von der Quasi-Pressesprecherin Kathrin Oertel ist klar: Auf Bundesebene ist die Bewegung gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes untereinander zerstritten. Kann sie unter diesen Bedingungen in Duisburg noch bestehen? Am kommenden Montag, 2. Februar, will Pegida in Duisburg wieder am Abend am Hauptbahnhof auf die Straße gehen.

Jenen Teil der so genannten Kooperationsgespräche, die die Duisburger Polizei mit den islamkritischen Aktivisten in dieser Woche geführt hat, um den Aufmarsch vom Verkehrsknotenpunkt Hauptbahnhof zu einem weniger neuralgischen Kundgebungsort in der Stadt zu bewegen, darf man als vorerst gescheitert betrachten. So werden sich am kommenden Montag diesmal sogar vier Demonstrationen und Gegen-Demos feindselig und zuweilen hochgradig gewaltbereit einander gegenüber stehen. Sorgsam getrennt durch ein deutlich verstärktes Aufgebot an Einsatzhundertschaften der Polizei.

3000 Demonstranten angesagt

Ab 16 Uhr, so die Polizei müsse wieder mit Verkehrsbeeinträchtigungen und Halteverbotszonen gerechnet werden. Im Zuge der Veranstaltungen wird die Polizei die Zufahrten zur Innenstadt von der Saarstraße, Mercatorstraße, Friedrich-Wilhelm-Straße/Düsseldorfer Straße angepasst an die Lageentwicklung sperren. „Pegida“ werde am Montag um 18 Uhr mit einer Versammlung am Fernbusbahnhof beginnen. Der anschließende Aufzug führt dann wieder über die Mercator-, Wittekind-, Fürsten-, Günther-, Hohe Straße, Friedrich-Wilhelm-Straße und den Bahnhofsvorplatz. Der Versammlungsleiter rechnet mit 800 Teilnehmern.

Das „Duisburger Netzwerk gegen Rechts“ plant weiterhin eine Kundgebung ab 17.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof auf dem Portsmouthplatz. Erwartet werden hier angeblich 1500 Teilnehmer.

Das Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ plant ebenfalls eine Kundgebung ab 17.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz und rechnet selber mit 500-600 Teilnehmern. Eine „Bewegung für direkte Demokratie“ hat bei der Polizei eine Kundgebung ab 18.30 Uhr mit 50 Teilnehmern angemeldet und steht auf der Friedrich-Wilhelm-Straße zwischen Hohe Straße und Tonhallenstraße. Zudem hatte der Asta der Uni Duisburg-Essen eine Kundgebung mit 200 Teilnehmern angemeldet. Da aber keine geeignete Örtlichkeit mehr zur Verfügung stand, zogen nach Mitteilung der Polizei die Verantwortlichen die Anmeldung zurück.

Nicht ohne Stolz verweisen die Pegida-Veranstalter in Foren der sozialen Netzwerke auf die „keineswegs grundlose starke Polizeipräsenz, die in Duisburg notwendig“ sei, um Pegida-Demonstranten dort vor ihren politischen Gegnern schützen. Schließlich, so behaupten sie vollmundig, hätte sich dieser Abendspaziergang in Duisburg schon zur „festen Größe“ etabliert.

In Köln gibt es keine Pegida mehr.

Unterdessen wird klar: In Köln gibt es keine Pegida mehr. Dort sollen keine weiteren Demonstrationen der von Rechtsextremisten gesteuerten islamkritischen Kögida stattfinden. Man wolle den Teilnehmern die Doppelbelastung von zwei Demos pro Woche ersparen und werde sich auf Düsseldorf konzentrieren, sagte Kögida-Sprecherin Melanie Dittmer. Die Anmeldung weiterer Demos werde in Kürze zurückgezogen. Am Mittwoch war die Kundgebung bereits „aus Krankheitsgründen“ abgesagt worden.Nach Angaben des Verfassungsschutzes sind Dügida und Kögida nicht nur von Rechtsextremisten gesteuert, auch ein erheblicher Teil der Demonstranten kam bislang aus der rechtsextremen Szene. Eine Beobachtung, die die Duisburger Polizeipräsidentin Elke Bartels für die Organisatoren und Teilnehmer der Duisburger Pegida-Kundgebung genauso beschreibt. Die islamkritische Dresdener Pegida hatte sich von der Dügida und Kögida genau deswegen distanziert.
Die Duisburger Verkehrsbetriebe informieren über Verspätungen und kurzfristige Umleitungen wegen der Absperrung der Innenstadt: Am Montag sind davon die Buslinien 921, 923, 924, 926, 928, 929, 933, 939, 944, SB10, SB30, und SB42 betroffen.

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