Wie Thyssen-Krupp in Duisburg an der Zukunft des Stahls forscht

Der neue Power-Core Sun-Cruiser: Auch Solarmobile  gehören zum „Repertoire“ von Thysse-Krupp Steel Europa.
Der neue Power-Core Sun-Cruiser: Auch Solarmobile gehören zum „Repertoire“ von Thysse-Krupp Steel Europa.
Foto: FUNCKE Foto Services
In Duisburg produziert Thyssen-Krupp nicht nur Stahl. Hier wird an neuen Verbundstoffen geforscht, damit Duisburger Stahl konkurrenzfähig bleibt.

Duisburg.. Die Produktionshallen sind hell erleuchtet und säuberlich aufgeräumt. Im Eingangsbereich stehen fertig produzierte Stahlteile für die Automobilbranche oder große Züge zur Präsentation. Gerade hier wirken die Hallen fast steril. Wüsste es der Besucher nicht besser, käme er sicherlich nicht darauf, auf dem Gelände von Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE) in Hamborn zu sein.

Im Anwendungsbereich des Unternehmens erinnert nichts an die klassische Stahlerstellung im Hochofen. Der Bereich ist Teil der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, in der an Lösungen für die Zukunft gearbeitet wird und Stahl weiter konkurrenzfähig am Markt halten soll.

Geschweißt wird mit Lasertechnik

„Bei allen Entwicklungen müssen wir immer den Vorteil für unsere Kunden sicherstellen“, erklärt Erik Hilfreich aus dem Anwendungsbereich. Es geht darum, sich „in die Schuhe der Kunden zu stellen“. So müssen sich die Ingenieure bei der TKSE gut im Karosseriebau auskennen und die Anforderung kennen.

In Technikzentren in Dortmund, Bochum und eben Duisburg arbeitet die TKSE an den Innovationen. 1000 Mitarbeiter. beschäftigt das. Im Anwendungsbereich in Duisburg sind es 120. „Im vergangenen Jahr haben wir über 100 Patente beantragt“, berichtet Dr. Heribert Fischer, Vorstand für Vertrieb und Innovation. In 2013/14 gab die TKSE 86 Millionen Euro für die Abteilung aus. Mittelfristig sind mehr als 100 Millionen Euro eingeplant.

Am Ende eines Innovationsprozesse steht im Idealfall die Kommerzialisierung durch die Markteinführung. Wie bei der Entwicklung des Stahlleichtbaus „Litecor“, einem Werkstoffverbund aus Stahl und einem Polymer. „Das Polymer hat nur ein Siebtel der Dichte von Stahl“, erklärt Erik Hilfreich. „Zwei Stahlplatten ummanteln die Polymerschicht in der Mitte.“ Die Stahl-Forscher sprechen von einem „Sandwich“. Der Nutzen liegt in der hohen Biegfähigkeit.

Mittlerweile gibt es 50 verschiedene Stahlarten für die Auto-Branche

Zudem ist das Produkt leichter als Stahl und günstiger als Aluminium, dem großen Konkurrenzmaterial im Autobau. Mit der neuen Technik sind schon Rallye-Wagen im Einsatz gewesen. „Es geht bei jedem Kunden darum, einen Kompromiss zwischen Kosten, Leichtigkeit und Härte des Materials zu finden“, so Hilfreich. „Es gibt zum Beispiel 50 verschiedene Arten an Stahl für die Automobilbranche.

Praktisch nebenan wird mit Lasertechnik geschweißt. Das Verfahren ist fünf Mal so schnell wie herkömmliches Schweißen und hinterlässt eine feinere Naht. Das „Laserstahlschweißen“ wurde in den 1980iger Jahren erfunden. Wo? Bei der TKSE

 
 

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