Wie Duisburg Steuergeld verschwendet haben soll

Alfons Winterseel
Foto: Vahle

Duisburg. In seinem Schwarzbuch prangert der Bund der Steuerzahler den Bau einer Kameraschienenbahn in Wedau als Steuer-Verschwendung an: Bis heute funktioniere das millionenteure Gerät nicht. Die Stadt liegt mit dem Hersteller vor Gericht.

2005 gab die Stadt Duisburg den Startschuss zum Bau einer einzigartigen, computergesteuerten Kameraschienenbahn, die „packende Livebilder“ von Kanurennen liefern sowie eine exakte Analyse von Training und Wettkampf der Kanuten möglich machen sollte und die es so weltweit noch nirgends gab. „Verschwendung von Steuergeldern“ klagt jetzt der Bund der Steuerzahler in seinem „Schwarzbuch“.

2006 wurde dieser Prototyp längs der Uferböschung an der Regattastrecke im Duisburger Sportpark Wedau gebaut. Zuvor waren Rennen immer von einem Übertragungswagen der Fernsehanstalten aus gefilmt worden. An den Kosten für die parallele Kamerabegleitung hatten sich auch Bund und Land mit jeweils 500 000 Euro beteiligt. Erstmalig sollte die Kameraschienenbahn bei der Weltmeis­terschaft der Kanuten im August 2007 Bilder liefern. Doch die verwackelten und unscharfen Aufnahmen waren weder für die Trainingsanalyse noch für die Fernseh­übertragung ausreichend. Und bis heute funktioniert die neue Technologie nicht, kritisiert der Steuerzahlerbund.

Von den 1,7 Mio Euro Gesamtkosten sind schon 1,2 Mio Euro an das ausführende Unternehmen gezahlt worden. Nun streitet sich die Stadt ­Duisburg mit diesem Unternehmen, wer die Kosten für die Nachbesserung der Bahn tragen muss. Nach Presseberichten hatte die ausführende Firma für Nachbesserungen als erste Abschlagszahlung 350 000 Euro von der Stadt verlangt. Die Stadt behauptet jedoch, sie habe die Trainingsanalysestrecke technisch nie abgenommen. Die Herstellerfirma sei ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die abgelieferte Leistung wegen wesentlicher Mängel nicht abgenommen werden kann.

Nach Angaben der Stadt liegt die Verwaltung mit dem Hersteller vor Gericht. Nachdem der erste vom Gericht bestellte Gutachter nicht lieferte, lasse sich auch der zweite Zeit und habe nun eine Fristverlängerung bis Ende 2010 bekommen, so Sprecherin Anja Huntgeburth.