Wie die Riesen-Weberknechte Duisburg erobern

2010 bevölkerten Riesenweberknechte unter anderem eine Schule in Rheinhausen.
2010 bevölkerten Riesenweberknechte unter anderem eine Schule in Rheinhausen.
Foto: NRZ
Im Landschaftspark Nord leben besonders große Riesen-Weberknechte. Bis zu 20 Zentimeter werden die Spinnentiere lang. Wo sie eigentlich herstammen, weiß niemand genau zu sagen. Vermutlich, so gängige Expertenmeinung, fanden die Tiere aus Afrika ihren Weg nach Europa.

Duisburg. Wem Spinnen nicht ganz geheuer sind, den dürfte der Anblick des Riesenweberknechts kaum zu Jubelstürmen hinreißen. Dabei sind die bis zu 20 Zentimeter langen schwarzen Spinnentiere nützlich und für Menschen ungefährlich.

Auch wenn ihre Eigenart, sich in Ansammlungen von bis zu mehreren hundert Tieren auf einem Haufen zusammenzurotten, irgendwie unheimlich anmutet. Wer sich das selbst anschauen möchte, hat dazu derzeit zum Beispiel im Landschaftspark Nord reichlich Gelegenheit.

Wo sie eigentlich herstammen, weiß niemand genau zu sagen. Vermutlich, so gängige Expertenmeinung, fanden die Tiere aus Afrika ihren Weg nach Europa. Ziemlich sicher ist man sich indes, dass sie Anfang des Jahrtausends als blinde Passagiere mit Holzladungen per Schiff in den Niederlanden ankamen. Inzwischen sind die Exoten bis ins Ruhrgebiet vorgedrungen.

Einige Arten vom Aussterben bedroht

Während einige der meist eher winzigen heimischen Weberknecht-Arten vom Aussterben bedroht sind, fühlen sich die großen Verwandten, denen man einstweilen den Namen „Leiobunum“ (Familie scleroso matiadae, Ordnung Weberknecht) verpasst hat, hier offenbar recht wohl und vermehren sich reichlich.

2007 sollen die Extrem-Langbeiner erstmals in Duisburg gesichtet worden sein. 2010 machten sie Schlagzeilen, weil sie unter anderem die Fassade des Standesamtes und der Volkshochschule in Rheinhausen bevölkerten. Auch den Hintereingang des Land- und Amtsgerichts in der Innenstadt fanden sie 2012 schon einmal ziemlich gemütlich, konnten von dort aber mit Besen vertrieben werden.

Unmittelbare Bedrohung nur für Mücken

Aus der Entfernung sieht eine Riesenweber-Kolonie aus wie ein schwarzer Fleck. Kommt ihr ein Mensch zu nahe oder fühlen sie sich sonstwie bedroht, gerät die Masse in Bewegung: Die einzelnen Tiere schwingen auf und ab. Angreifer sollen so verwirrt werden. Das klappt mit menschlichen Beobachtern auch recht gut. Ob der Riesenweberknecht heimische Arten verdrängen kann, ist derzeit noch umstritten.

Sicher ist dagegen, dass er eine unmittelbare Bedrohung nur für Mücken darstellt. Die stellen nämlich seine Leib- und Magenspeise dar. Vom Aussterben bedroht sind die Blutsauger deshalb allerdings noch lange nicht.

 
 

EURE FAVORITEN