Wie der Duisburger Jürgen Loosen zum Plausch mit Queen Elizabeth kam

Der Duisburger Jürgen Loosen aus dem Stadtteil Alt-Wanheim mit dem Foto, das ihn 1965 neben Königin Elisabeth zeigt, und seiner Sonnenuhr – die Queen bekam bei ihrem damaligen Besuch ein baugleiches Exemplar geschenkt.
Der Duisburger Jürgen Loosen aus dem Stadtteil Alt-Wanheim mit dem Foto, das ihn 1965 neben Königin Elisabeth zeigt, und seiner Sonnenuhr – die Queen bekam bei ihrem damaligen Besuch ein baugleiches Exemplar geschenkt.
Foto: FUNKE Foto Services
Jürgen Loosen (70) aus Alt-Wanheim begrüßte vor 50 Jahren Queen Elizabeth bei ihrem Besuch des Mannesmann-Hüttenwerks in Duisburg.

Duisburg.. Als Jürgen Loosen (70) neulich in der WAZ blättert, entdeckt er ein Foto vom Queen-Besuch 1965 bei den Mannesmann-Hüttenwerken. Darauf zu sehen: die junge Königin Elisabeth. Daneben: er selbst als noch jüngerer Mann. „Ich war derjenige im Werk, der am besten Englisch sprechen konnte. Daher hat mich der damalige Generaldirektor Dr. Egon Overbeck gebeten, die Queen in ihrer Landessprache willkommen zu heißen“, erzählt der Alt-Wanheimer. Jener Tag liegt fast 50 Jahre zurück. Loosen hat ihn aber noch bestens in Erinnerung. Denn lockeren Small-Talk mit einer Majestät macht ein ganz normaler Duisburger auch nicht alle Tage.

Es war der 25. Mai 1965. Loosen war damals 21 und im dritten Jahr seiner Lehre bei Mannesmann. „Ich wollte Maschinenbau studieren und habe zur Vorbereitung eine Ausbildung zum Maschinenschlosser gemacht. Innerhalb dieser Zeit wurde ein neues Austauschprogramm eingeführt“, erzählt Loosen. Er gehörte zu jenen vier Azubis, die drei Monate im Stahlwerk im nordenglischen Scunthorpe aushalfen.

Noch heute Kontakt zum Austausch-Azubi von einst

„Ich habe in dieser Zeit bei einer englischen Familie gelebt und viele Freunde gefunden. Und weil ich mit ihnen ständig Englisch reden musste, habe ich die Sprache nach drei Monaten fast perfekt beherrscht“, erzählt er. In den drei Monaten danach folgte der Gegenbesuch seines englischen Austauschazubis Bernard Regan. „Wir haben heute noch Kontakt“, sagt Loosen.

Zurück ins Jahr 1965: Die Nachricht vom Queen-Besuch bei Mannesmann macht sich breit. Die Konzernleitung beschließt, dem hohen Besuch als Geschenk eine von den Lehrlingen gefertigte Sonnenuhr zu überreichen. „Das erste Modell war aus Messing. Das fand Generaldirektor Overbeck aber zu klein. Wir haben dann ein größeres Modell aus Stahl gebaut“, erinnert sich Loosen. Dieses stand am großen Tag des Besuchs dann auch fertig zur Übergabe neben der Konzernleitung. Doch das Wort führte Azubi Loosen. „Ich war nicht nervös. Das Einzige, was ich nicht wusste, war, wie ich die Queen ansprechen musste.“ Er erfuhr es: „Your majesty“.

Die Queen gab sich locker und unverkrampft

Und wie war das Gespräch? „Locker und unverkrampft. Die Queen war natürlich und freundlich. Es wirkte nicht so, als sei dieser Termin für sie lästige Pflicht“, sagt Loosen. Zehn Minuten dauerte das Ganze. Mit Prinz Philip konnte er sogar auf Deutsch parlieren. „Der hatte als junger Mann in Deutschland im Internat Schloss Salem gelebt.“

Hatte die royale Begegnung Einfluss auf sein Leben? „Ja, auf jeden Fall. Die englische Sprache hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich statt Maschinenbauer lieber Lehrer geworden bin.“ Loosen unterrichtete Englisch, Sport, Deutsch und Technik an mehreren Duisburger Hauptschulen.

Er hat seine Affinität zu England behalten. In seinem Garten steht eine rote Telefonzelle. Daneben eine Sonnenuhr. Die ist baugleichen Typs wie jene, die 1965 die Queen geschenkt bekam. „Die erste für die Queen habe ich mitgebaut. Danach haben sie Mannesmann-Mitarbeiter in gehobenen Positionen als Abschiedsgeschenk bekommen. Und die letzte, die je gebaut wurde, habe ich gekriegt.“ Eines beschäftigt Loosen noch heute besonders: Was wohl aus der Queen-Sonnenuhr geworden ist?!?

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