Duisburg

Wie bezahlt Bivsis Familie ihre Rückreise? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Fall aus Duisburg

Bivsi Rana und ihre Familie werden bald wieder zurück nach Duisburg kommen.
Bivsi Rana und ihre Familie werden bald wieder zurück nach Duisburg kommen.
Foto: Privat

Duisburg. Bivsi kommt nach Hause - und ihre Eltern auch. Die nach Nepal abgeschobene Familie könnte schon diese Woche wieder in Deutschland landen und nach Duisburg zurückkehren.

Wie war das möglich? Und wie geht es jetzt für Bivsi und ihre Eltern weiter? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Mit was für einem Visum kann die abgeschobene Familie nach Deutschland zurückkehren?

Die Behörden taten sich nicht leicht damit, die drei wieder nach Deutschland einreisen zu lassen. Eine saubere Rechtsgrundlage musste erst gefunden werden.

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Nach langem Hin und Her verkündet die Kommune dann am Dienstag: „Die Rückkehr Bivsi Ranas - in Begleitung ihrer Eltern - erfolgt nun über ein „Schüleraustausch-Visum“. Im Anschluss kann Bivsi zum Zwecke eines Studiums oder einer Ausbildung dann einen entsprechenden Folgeantrag stellen.“

Und Bivsis Eltern?

Die Aufenthaltserlaubnis gilt erst einmal nur aus „humanitären Gründen“, weil Bivsi noch nicht volljährig ist. Wenn sie ihr Abitur in der Tasche hat, könnte sich das ändern. Diese Entscheidung ist aktuell allerdings noch völlig offen.

Einer Arbeitserlaubnis für die Eltern muss die Agentur für Arbeit zustimmen.

Wer zahlt für die Rückkehr von Bivsis Familie aus Nepal?

Bei einem Benefizkonzert wurden 12.000 Euro für die Familie gesammelt, davon könnten zum Beispiel die Reisekosten bezahlt werden. Die Familie kann in ihre alte Wohnung zurückkehren.

Hat die Entscheidung eine Auswirkung auf andere Fälle?

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) freut sich über die Lösung für Bivsis Familie: „Die konstruktive Lösung für die Familie Rana ist Ergebnis der guten und entschlossenen Zusammenarbeit der Stadt Duisburg, des Auswärtigen Amtes und des Landes NRW.“

Aber er betont: „Es handelt sich hier um einen Einzelfall, der keinesfalls verallgemeinert werden kann." Bivsi sei in Deutschland geboren und aufgewachsen. „Sie ist de facto ein deutsches Kind.“

Der Fall verdeutliche, dass dringend klare Regeln und schnellere Verfahren nötig seien. „Ziel muss es sein, gut Integrierten eine verlässliche Bleibeperspektive zu geben, dafür aber Integrationsverweigerer und Kriminelle konsequent abzuschieben.“

(mto)

 
 

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