Zwei Generationen in einem Buch

Carl Korte
Friederike und Regine Huft veröffentlichen Haiku.
Friederike und Regine Huft veröffentlichen Haiku.


Regine und Friederike Huft aus Rheinhausen veröffentlichen Haiku und Zeichnungen. Sie haben emeinsame Wurzeln ihres Familienlebens in einem Werk verarbeitet: „Bis die Windsbraut kommt“.

Die Zusammenarbeit sei nicht an die jeweilige Form des Anderen gebunden gewesen, erklären Mutter und Tochter. Denn ihre Haiku, eine besondere japanische Gedichtform, so Regine Huft, Jahrgang 1934, hätten einen anderen Charakter als die Zeichnungen der Tochter. Friederike Huft (45): „Es sind unterschiedliche künstlerische Formen. Beide sind eigenständig.“

Die in Rheinhausen lebenden Frauen haben dennoch gemeinsame Wurzeln ihres Familienlebens in diesem 100 Seiten umfassenden Werk verarbeitet: „Da gibt es diese Buche, die immer wieder auftaucht. Und auch gemeinsame Erlebnisse werden erwähnt.“

Silbenverse aus der japanischen Poesiewelt

Regine Huft hat schon einige Gedichte veröffentlicht, unter anderem in dem Sammelband „Haiku-Zeit“ der Rheinhauser Buchhändlerin Linda Broszeit aus dem Jahr 2002. Haiku sind aus der japanischen Poesiewelt stammende Silbenverse, die im Maß fünf-sieben-fünf insgesamt 17 Silben erreichen. Regine Huft: „In diesem Maß kann man wohl am besten Gefühle und Gedanken ausdrücken.“ Beispiel: „Den Stolz der Tulpe - bricht der Mai. Doch ihr Blatt ruht - im Vergissmeinnicht.“

Die 29 Haiku und 28 Zeichnungen sind nach Jahreszeiten gegliedert, aber strukturell von einander getrennt. Einer Reihe poetischer Verse folgen stark reduzierte Zeichnungen in mattem Farbausdruck. Friederike Huft, von Beruf Klavierbauerin: „Ich wollte keine farbberauschten Bilder zeichnen. Meine Idee ist, die ganze Welt in einer Linie darzustellen.“ Dafür sind die Titel aussagekräftig. Eine langhaarige Gestalt in grauem Bleistift-Zwirn wird das Zitat in den Mund gelegt: „Ich bin Vollalki und stinke.“

Genießen und meditieren

Das Buch, dessen Konzept und Layout von Agnes Giannone stammt, soll nach der Vorstellung der beiden Verfasserinnen nicht im Schnelldurchlauf konsumiert werden, sondern man müsse es genießen und mit ihm meditieren.