Werke eines Träumers

Daniel Cnotka
Eckard Rosenau Foto: Tanja Pickartz
Eckard Rosenau Foto: Tanja Pickartz
Foto: WAZ FotoPool
30 Geschichten hat der Homberger Autor Eckhard Rosenau niedergeschrieben. „Meine Geschichten sind zum Teil selbst erlebt und dann mit etwas Fiktion angereichert“, erklärt er. So spielt die genannte Episode auf dem Neuen Friedhof in Wanheimerort

Der Erzähler geht über den dunklen Friedhof und trifft dort, wie soll es auch anders sein, den Tod. Dem bricht er dann die Arme und hinterlässt jede Menge Tote und Untote sprachlos auf dem Gottesacker zurück. Das ist die kurze Zusammenfassung der Kurzgeschichte „Friedhofsbekanntschaft“ des Homberger Autors Eckhard Rosenau. 30 Geschichten hat der gebürtige Danziger in seinem Buch – es heißt wie die Titelgeschichte – niedergeschrieben.

„Meine Geschichten sind zum Teil selbst erlebt und dann mit etwas Fiktion angereichert“, erklärt er. So spielt die genannte Episode auf dem Neuen Friedhof in Wanheimerort. „Hier hat meine Frau früher häufig die Eichhörnchen mit Bucheckern gefüttert.“ Der Rest der fast wahren Geschichte ist dann im Kopf des 67-Jährigen entstanden.

Bevor Eckahard Rosenau in den Ruhestand ging, hat er lange als Lehrer das Fach Kunst unterrichtet, in seiner Freizeit viel gemalt und Werke ausgestellt. Dann vertrug Rosenau einige Lösungsmittel in den Farben nicht mehr und gab die Malerei nahezu auf. Er schreibt, seit er 14 Jahre alt ist, ohne die Malerei ist das sozusagen zu seinem Haupt-Hobby geworden. Rund 30 Stunden verbringt er pro Woche am Schreibtisch in seiner Homberger Wohnung. „Es erfüllt mich ganz und gar.“

Die Ideen
sprudeln

Im Kopf von Eckhard Rosenau sprudeln die Ideen, er hört genau hin, wenn er sich in der Öffentlichkeit bewegt, registriert, und schreibt auf. „Ich habe die Beobachtung auf Zettel n niedergeschrieben. Diese ergeben dann gepaart mit meinen Gedanken eine Geschichte.“ Manchmal bringt er aber auch ein Gefühl zum Ausdruck oder auch seine Träume. „Ich träume sehr intensiv und kann mich nach dem Aufwachen immer sehr gut daran erinnern.“

Zu Papier bringt der Autor dann aber auch etwa Geschichten über seinen Drucker, der ein Geräusch macht, das sich anhört wie „mon-tag“. Rosenau schreibt über das Vegetarier sein und die Wiedergeburt als fleischfressende Pflanze. Einige Kurzgeschichten beinhalten auch sexuelle Fantasien, er beschreibe schließlich auch Gefühle...

Wer liest ihre Werke, beziehungsweise, wer sollte es tun? „Leute, die etwas erlebt haben, es aber nicht aufschreiben“, antwortet er. Und auch Leute, die gerne etwas über skurrile Menschen erfahren möchten. Übrigens hat Rosenau einen sehr großen Traum. „Meine Frau und ich möchten gerne in Paris leben. Mich interessiert nicht der Boulevard, die charmanten Ecken der Stadt haben es mir angetan.“ Zudem würden die Franzosen viel mehr miteinander reden als wir Deutsche. Die scheinen sehr oft nur übereinander zu reden.

Vielleicht erfüllt sich der Traum von Eckhard Rosenau. Ein erfolgreiches Buch könnte dabei sicher helfen, zumindest in finanzieller Sicht...