Warum die Freitagsmusik in Rheinhausen so erfolgreich ist

Der vielgefagte Kirchenmusiker Ludger Morck,
Der vielgefagte Kirchenmusiker Ludger Morck,
Foto: WAZ-Fotopool
In der nächsten Woche wird schon das 100. Konzert der beliebten Musikreihe in der Bergheimer Kirche Christus König geboten. Ein Gespräch mit Ludger Morck, Organist und Ideengeber

Duisburg-Rheinhausen.  Es war im Juni 2006, als die erste Freitagsmusik in der katholischen Kirche Christus-König in Bergheim startete. In der nächsten Woche gibt es für die beliebte Konzertreihe mit hervorragenden Musikern, bei der die Besucher nur um eine kleine Spende gebeten werden, ein rundes Jubiläum: Am 5. September - natürlich ein Freitag - bietet das Gemeindeteam seinen treuen Zuhörern bereits das 100. Konzert. Wir sprachen mit Kirchenmusiker Ludger Morck über die Entwicklung der Musikreihe.

Herr Morck, wie sind Sie auf die Idee zur Freitagsmusik gekommen?

Ich hatte zusammen mit Jürgen Kuns im Mai 2006 im Rahmen unserer Orgeltour das Abschluss-Konzert in Christus-König. Wir hatten die Idee ein Nachtkonzert zu machen und um 22 Uhr ging’s los. Man kann es nicht beschreiben, aber die Atmosphäre in dieser schwach beleuchteten Kirche gefiel mir so gut, da hab ich gedacht: „Das will ich immer haben!“ Und schon hatte sich die Idee bei mir im Kopf festgesetzt.

Wie sind Sie dann gestartet – und mit welchem Konzept?

Direkt einen Monat später, also im Juni 2006. Ich habe ein Konzert mit pfingstlicher Orgelmusik gespielt. Und wer weiß, vielleicht hat dieser pfingstliche Geist die ganze Sache beflügelt. Es war aber schon die Idee dahinter, diese Reihe jetzt mit befreundeten oder später engagierten Musikern regelmäßig am ersten Freitag im Monat laufen zu lassen. Bei der ersten Aufführung saßen wohl nur 15 Leute im Kirchenraum, aber das hat sich dann gesteigert und im Schnitt kommen nun etwa 100 – bei der 99. waren fast 200 Zuschauer anwesend und begeistert.

Welche Highlights gab es für das Publikum?

Alles war gut, aber am besten angenommen wurden vielleicht die Auftritte des Duisburger Pianisten Marius Furche.

Was dürfen die Besucher der 100. Freitagsmusik erwarten?

Es wird ein gemischtes Programm, ein guter Querschnitt durch die vorherigen Freitagsmusiken. Der Kirchenchor und die Choralschola bekommen ihre Auftritte. Genauso wie sehr viele Weggefährten dieser Reihe am Start sein werden: Jürgen Kuns an der Orgel, Eddy Mioska an der Klarinette und Stefan Büscherfeld am Flügelhorn sowie Marius Furche am Piano. Wir wollen auch einmal alle zusammen musizieren.

Wie stemmen Sie als vielbeschäftigter Kirchenmusiker die Extrakonzerte? Wie haben sie diese finanziert?

Auf- und Abbau und die ganze Organisation mache ich noch vorwiegend selbst. Ich muss hier auch das Engagement der Gemeinde erwähnen, die die Freitagsmusik immer mitgetragen hat. Auch meine Frau steht voll dahinter, sonst wär’s nicht möglich. Gastmusiker werden nur aus den Spenden nach dem Konzert finanziert. Mal sehen, wenn es weiter gut läuft, fließen zehn Prozent der Einnahmen dann in die Restaurierung der großen Orgel, denn die letzte war 2000.

Mussten Sie in den acht Jahren jemals ein Konzert streichen?

Ja, einmal, da musste ich eines ausfallen lassen – ich war krank...

Die 100. Freitagsmusik, die Organist Ludger Morck am Freitag, 5. September, in der Kirche Christus-König, Lange Straße, veranstaltet, wird nicht die letzte Veranstaltung ihrer Art sein. Drei weitere Termine stehen bereits fest. Am Freitag, 3. Oktober, gibt es ein Konzert mit Cembalo und Gitarre, Ludger Morck mit dem Gitarristen Detlef Bork. Am Freitag, 7. November, folgt ein Duo mit Sopran und Harfe und am Freitag, 5. Dezember, Eddy Mioska an der Klarinette gemeinsam mit Ludger Morck. Alle Konzerte beginnen um 21 Uhr.

 
 

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