Verspätete Frühlingsfrische weht durch Rheinhausen

Künstler der Duisburger Sezession vor einem Element ihrer neuen Ausstellung „Rot,Gelb,Blau“ in der Bezirksbibliothek Rheinhausen.
Künstler der Duisburger Sezession vor einem Element ihrer neuen Ausstellung „Rot,Gelb,Blau“ in der Bezirksbibliothek Rheinhausen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Künstlergruppe Duisburger Sezession präsentiert in der Bezirksbücherei Rheinhausen ihre Ausstellung „Rot, Gelb, Blau“. Ab Samstag, 30. August, sind dort bis Oktober insgesamt 115 Werke von 16 Duisburger Künstlern zu bewundern.

Duisburg-Rheinhausen.  Das ganze wirkt wie ein verspäteter Frühlingsputz oder erinnert an einen Trip auf den südamerikanischen Kontinent – denn die Galerie der Rheinhausener Bezirksbibliothek ist jetzt in die frischen Farben der kolumbianischen Nationalflagge getaucht. „Rot, Gelb, Blau“ heißt das Motto der wahrscheinlich ältesten Künstlergruppe aus dem Ruhrgebiet „Duisburger Sezession“, die es bereits seit 1957 gibt. In der neuen Ausstellung werden unterschiedliche Kunstwerke zu einfarbigen Wänden zusammengefügt, jede Farbe wird getrennt arrangiert.

Es ist ein sehenswertes Konzept, was die verschiedenen Temperamente der Gruppe darstellt – und auch im Spätsommer noch einmal Frühlingsfrische verbreitet. 115 Arbeiten aus den unterschiedlichen Schaffensperioden der 16 Duisburger Künstler können die Betrachter jetzt bis Mitte Oktober sehen. Alle Werke sind farblich in einer Art „Petersburger Hängung“ sortiert, d. h. der gesamte Raum der Wand wird ausgenutzt – und man schaut wirklich beeindruckt auf die Artenvielfalt, die in all den Farben möglich ist. Der Raum vor den Wänden wird durch Installationen geschickt in dieses farbliche Gesamtbild miteinbezogen und es entwickelt sich ein einheitliches Ausstellungstableau. In der „blauen Wand“ befinden sich Fotografien der Künstlerin Angelika Stienecke von den Fenstern des Duisburger Hauptbahnhofes. „Das passte zum Thema „Blau“, weil es wahrscheinlich gerade anfing zu regnen“, sagt die Künstlerin. Überhaupt wirkt diese geballte Wand sehr maritim, birgt aber auch Gemälde, die nichts mit dem Thema „Wasser“ zu tun haben. So hat Jürgen Meister ein antiquiertes chinesisches Herzzeichen auf blauem Hintergrund dort hinterlassen – und irgendwo lugt ein in Blau gefasstes Gedicht über Brennnesseln aus dem Prospekt hervor.

Wie ein riesiges Kornfeld

Dagegen liegt die „gelbe Wand“, die wie ein riesiges Kornfeld aussieht, so viele unterschiedliche Gelbtöne schimmern in ihr. Die Künstlerin Renate Krupp hat eine Installation geschaffen aus einem Foto eines Kornfeldes, das in einen Rahmen aus Wachs eingefügt ist. „Die Ähren auf dem Foto bekommen unten über die Wachsinstallation noch dreidimensionale Stängel, so dass sie von der Wand in den Raum streben“, sagt die Duisburger Künstlerin. Genauso aus der Wand hervor tritt die Installation „Der Kaiser ist verreist“ von Angelika Stienecke. Sie hat einen gelb bemalten Apfel auf einen Stuhl ohne Sitz, daneben einen alten Besenstiel als Zepter gelegt – natürlich alles in Gelb.

Daneben auf der „roten Wand“ schimmert es feurig herüber, viele Gemälde bergen Flammen, aber auch hier ist die Artenvielfalt unerschöpflich. Zu jeder Wand hat der Künstler Günter M. Schirmer ein halbrundes Tondo beigesteuert, das er aus Sand, Treibgut, Kork und teilweise mit Seesternen von Formentera gefertigt hat.

 
 

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