Venedig sehen...und dann malen

Martin Krampitz

„Venezia, la Serenissima, die ‘erlauchtigste Republik’ – welch eine Faszination geht von dieser Stadt in der Lagune für mich aus!“ sagt der Duisburger Künstler Martin Lehmer. „Im Laufe von vielen aufregenden Reisen von 1962 bis 2012 hatte ich die Möglichkeit, diese morbide und zugleich faszinierende Stadt auf meine Art zu erkunden.“ Das Ergebnis kann sich ab heute im Kunst-Kabinett der Bezirksbibliothek Rheinhausen an der Händelstraße sehen lassen, wenn dort die Ausstellung des Malers um 19 Uhr eröffnet wird.

Erlebnisse nahe bringen

Lehmer gibt auf seinen Aquarellen naturgetreu und authentisch den Zauber, die Schönheit, die Romantik der italienischen Lagunenstadt wieder. „Das pralle Leben, die unvergleichliche, ja imposante Architektur, das Spiel der Sonne mit Licht und Schatten, dies alles hat mich von jeher tief beeindruckt.“ Diese Eindrücke finden ihren Ausdruck in den farbenfrohen, lichtdurchfluteten Aquarellen Lehmers wieder, etwa wenn der freie Künstler den Dogenpalast, den Campanile, die Rialto-Brücke, kleinere Kanäle, auch aus Sicht einer Gondelfahrt, oder Santa Maria della salute, die große Kirche am Eingang des Canale grande kunstvoll und filigran ins Bild setzt. Auch der Palast des Marco Polo und eine Ansicht des Canal di San Donato auf Murano, der Venedig vorgelagerten Insel der Glasbläser, finden sich in der kleinen, aber feinen Exposition im Kunst-Kabinett. Nach einigen Malkursen änderte sich Lehmers Stil, weg von der konkreten Malerei mit festen Strukturen und Umrissen, hin zu einer lockeren leichten Form der Darstellung, in der sich die Formen auflösen. Lehmer: „In dieser Ausstellung sind Arbeiten mehrerer Reisen zusammengestellt. Einige davon, mit eigenen Texten in kalligraphischer Schrift versehen, sollen dem Betrachter die für mich unvergesslichen Momente nahe bringen.“

Das eigene Erlebnis, das Erlebte auch anderen Menschen über seine Bilder mitzuteilen, nahe zu bringen – das war für den 68-Jährigen, in Fulda geboren und in Hünfeld aufgewachsen, immer das wichtigste Motiv. Und Impressionen holte sich der begeisterte Wanderer Lehmer reichlich, bei seinen Reisen in alle Welt. Unter anderem besuchte er Kuba, Mexiko, Thailand, Kambodscha, Vietnam, China, Ägypten, Gambia, sowie Russland und die Ukraine. Jede Reise verarbeitete Lehmer in Reise-Skizzenbüchern und Mappenwerken.