Unterrichtsfach „Schwimmen“

Es sind zu viele: 20 bis 30 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen können nicht schwimmen, schätzt das NRW-Innenministerium auf der Basis verschiedener Erhebungen. Und: Durch die Integration der Flüchtlingskinder nimmt die Zahl der Grundschüler, die nicht schwimmen können, noch einmal leicht zu, sagt die Deutsche Gesellschaft für Badewesen. Doch woran liegt es? - „Es gibt zu wenig Schwimmunterricht“, befanden Martin Flasbarth und Werner Wienholdt, Chefs der DLRG Rheinhauen und Homberg, sowie Elke Burmeister vom Verein „Aqua Fit e.V.“ bei einem früheren Redaktionsgespräch. Aber ist das wirklich so? Gibt es genügend Schwimmunterricht an den Schulen im Bezirk Rheinhausen?

Danach fragte die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Rheinhausen Ende August die Verwaltung. Jetzt erhielten Ferdi Seidelt und seine Mitstreiter eine Antwort, konkrete Zahlen für die einzelnen Schulen im Bezirk. Um diese Zahlen richtig zu verstehen, muss man sie einordnen: Der Lehrplan in NRW sieht vor, dass die Schüler in der Grundschule im Rahmen eines vollen Schuljahrs mindestens eine Wochenstunde Schwimmunterricht erhalten sollen.

Insgesamt kommen die Kinder so auf 35 bis 40 Stunden Schwimmunterricht. In aller Regel wird der Schwimmunterricht in der dritten oder der vierten Jahrgangsstufe der Grundschule erteilt, von je zwei Lehrkräften in Doppelstunden a 90 Minuten, denn bei nur einer Einzelstunde bliebe nach An- und Abfahrt zum und vom Schwimmbad und nach An- und Auskleiden zu wenig reine Schwimmzeit übrig. Auch weiterführende Schulen bieten ab der fünften Stufe Schwimmstunden an. Wichtig: Nur Lehrer, die die erforderlichen Rettungsbefähigung nachweisen können, dürfen Schwimmunterricht geben.

Es gibt flächendeckend genug Schwimmstunden und es stehen dafür genügend Hallenkapazitäten zu Verfügung, lautet die zentrale Antwort des zuständigen Dezernats für Bildung, Familie und Kultur auf die Anfrage. Schwimmstunden werden im Bezirk Rheinhausen im laufenden Schuljahr an zwei Standorten erteilt, am Hallenbad Toeppersee und im Lehrschwimmbecken der Marktschule in Friemersheim. Die Verwaltung listet die Schwimmstunden pro Halle für ein oder mehrere Klassen der einzelnen Schulen auf.

Im Hallenbad Toeppersee gibt es pro Woche für ein oder mehrere Klassen folgende Schwimmstunden: 15 für die Lise-Meitner-Gesamtschule, zehn für die Donkschule Rumeln, je acht für die Gerhart-Hauptmann-Grundschule und die Marienfeldschule in Rumeln sowie das Krupp-Gymnasium, sieben für die Sekundarschule Rheinhausen, je sechs für die Friedrich-Fröbel-Schule sowie die Grundschulen Pestalozzistraße, Beethovenstraße und Mevissenstraße, je vier für die Grundschulen Krefelder Straße und Am Borgschen Hof sowie die Hauptschule Friedrich-Ebert-Straße, zwei für die katholische Grundschule Goldstraße und eine für die Grundschule Van-Gogh-Straße.

14 Schwimmstunden nicht genutzt

Im Lehrschwimmbecken der Marktschule in Friemersheim erteilt die benachbarte Marktschule pro Woche für ein oder mehrere Klassen zehn, die Dahlingschule sieben, die Grundschulen Auf dem Berg, Am Borgschen Hof und Van-Gogh-Straße vier sowie die Friedrich-Fröbel Schule zwei Stunden Schwimmunterricht.

Einige Schulen nutzen insgesamt 14 Schwimmstunden nicht, die ihnen zur Verfügung stehen. Der Grund ist offenbar, dass es zu wenig Lehrkräfte mit Rettungsnachweis gibt: die Marienfeld- und die Donkschule sowie das Albert-Einstein-Gymnasium in Rumeln (je vier Stunden), außerdem die Grundschule Am Borgschen Hof (zwei Stunden).

 
 

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