Tag des offenen Denkmals in den Duisburger Krupp-Villen

Tag des offenen Denkmals im Villenpark Bliersheim
Tag des offenen Denkmals im Villenpark Bliersheim
Foto: WAZ Fotopool
Alter und neuer Glanz in den Bliersheimer Villen beim Tag des offenen Denkmals: Besucher schlenderten durch die Häuser in Duisburg-Rheinhausen, die einst Krupp-Direktoren gehörten. Heute werden die feudalen Gebäude ganz unterschiedlich genutzt, etwa als Casino. Eines kann sogar gemietet werden.

Duisburg. Das Hüttenwerk der Firma Krupp ist schon seit Jahrzehnten geschlossen und abgerissen. Nur noch wenig erinnert an die stolze Krupp-Zeit in Rheinhausen. Aber das, was erhalten geblieben ist, übt noch immer eine große Faszination auf die Menschen aus. Prächtigstes Denkmal der industriellen Blütezeit in Rheinhausen ist die Bliersheimer Villenkolonie und das angrenzende Casino.

Zum „Tag des offenen Denkmals“ öffneten sich die Türen von drei Villen und des Casinos für Besichtigungen. Die Besucher kamen in Scharen. „Wir haben um 10 Uhr geöffnet und schon um 9.45 Uhr waren die ersten Leute für Führungen da“, sagte Stefan Püllen, Eventleiter der Villa Rheinperle. Die Besucher habe vor allem interessiert, was heute in den Villen entstanden ist. Die Villa Rheinperle mit der Adresse Villenstraße 2 gehört der Rheinperle GmbH, die das Gebäude, in dem früher Krupp-Direktoren gewohnt haben, aufwändig renoviert und zu einem Veranstaltungsort Art umgestaltet hat.

Gemälde und Fotografien

Dem Unternehmen gehören drei weitere der insgesamt neun Häuser. Sie befinden sich noch in der Umbauphase. Aber das Haus Villenstraße 3 war ebenfalls für Besucher geöffnet. Dort stellten Künstler und Fotografen des Ateliers „Dat Atelljee“ aus Rheinhausen sowie des Vereins „Mal mal im Pott“ ihre Werke aus.

Ebenfalls renoviert ist die Villa mit der Nummer 9. Sie gehört einem niederländischen Investor und steht leer. Vom Keller bis zur obersten Etage war das Haus geöffnet. Dort waren Kunstwerke zum diesjährigen Motto „Farbe“ des Denkmaltages ausgestellt. Das größte Interesse galt aber dem Gebäude selbst. In den leeren Räumen mit Eichenparkett und Stuckornamenten bekam man einen Eindruck des vornehmen Lebens der leitenden Angestellten des Stahlunternehmens. Insgesamt hat das Gebäude 481 Quadratmeter Wohnfläche. Seine Zukunft ist ungewiss, es kann gemietet werden.

Weinkeller im Casino

Im angrenzenden Casino ist seit mehreren Jahren wieder ein Gastronomiebetrieb beheimatet. Der öffnete am Sonntag die Türen des Weinkellers. Dort scheint die Zeit mit feudalen Möbeln und Wandgemälden von Jagdgesellschaften stehen geblieben zu sein.

In der gesamten Siedlung schwelgten viele Besucher einige Stunden in ihrer ganz eigenen Erinnerung mit dem Hüttenwerk.

 
 

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