Tafeln und Kleiderkammern

Sie arbeiten in der Kleiderkammer, bei der Tafel, in der Flüchtlingshilfe. Ohne sie würde das Sozialsystem nicht funktionieren. Sie bekommen kein Geld. Allerdings Wertschätzung und das Wissen, Sinnvolles zu tun. Und außerdem einmal im Jahr ein großes Fest: Unlängst kamen fast 200 Ehrenamtliche in das Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Essenberg-Hochheide, um gemeinsam bei gutem Essen und einem Kulturprogramm mit Okko Herlyn zu feiern. Jürgen Voß, Leiter der Abteilung Duisburg-West der Grafschafter Diakonie gGmbH – Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers, erzählte als diesjähriger Gastgeber aus der ehrenamtlichen Arbeit der Diakonie im Duisburger Westen.

Seit 27 Jahren gibt es beispielsweise die Kleiderkammer. Ehrenamtliche sind als Betreuer tätig. In sechs Schulen unterstützen Freiwillige die Schulsozialarbeiterinnen als Lesepaten. Eine Dolmetscherin übersetzt für die Schuldnerberater, wenn sie Menschen mit Schulden und ohne Deutschkenntnisse helfen wollen im Kontakt mit Banken, Rechtsanwälten etc. Ein wichtiges Thema zurzeit auch im Duisburger Westen ist der Zuzug von Flüchtlingen. „Es herrscht große Bereitschaft, mitzuarbeiten“, freut sich Voß. In Rheinhausen gibt es ehrenamtlich Alphabetisierungskurse, Dolmetscher, Sprachlehrer, Menschen, die Flüchtlinge im Alltag begleiten, Spielgruppen, Freizeitangebote für Männer, Vorbereitungen für Kinder aus Flüchtlingsfamilien auf die Schule etc. „Das alles zu organisieren, braucht es hauptamtliche Mitarbeit“, sagte Voß.

Wer sich im Duisburger Westen engagieren will, kann bei den Dienststellen in Rheinhausen oder Homberg-Hochheide anrufen. Die Kontaktdaten werden aufgenommen. „Alle 14 Tage haben wir ein Treffen, das dem Austausch dient und auch dem Besprechen von schwierigen Situationen. Denn wer in der Flüchtlingsarbeit tätig ist, wird mit Problemen konfrontiert, die an die Seele gehen können. Auch das wird besprochen“, so Voß

Ehrenamtliche Arbeit gibt es auch in Moers, Kamp-Lintfort und Alpen und Neukirchen-Vluyn. Über 30 Projekte mit mehr als 500 Ehrenamtlichen sind es im Kirchenkreis Moers. Die Unterstützung von Flüchtlingen hat dabei in den letzten Monaten deutlich an Bedeutung gewonnen. In Neukirchen-Vluyn gab es sogar schon einen Ehrenamtspreis des Kreises Wesel für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit beim diakonischen Treff 55.

Werkschor

Aber nicht nur Informationen bekamen die Ehrenamtlich bei dem Fest, sondern auch ein gutes Essen, eine Andacht von Pfarrer Dietrich Mehnert, Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie gGmbH – Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers und schließlich trat als Höhepunkt Kabarettist Okko Herlyn auf, um die Geheimnisse des Niederrheins zu lüften. Musikalisch begleitete der Werkschor der Diakonie den Abend – natürlich ehrenamtlich.

 
 

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