Stadt setzt Gelände der Hochhausruine instand

Von Oliver Kühn
Die Wirtschaftsbetriebe kümmern sich um wuchernde Büsche und Müll am Weißen Riesen, Ottostraße 24-30. Auch Ungeziefer wird bekämpft .

Hochheide.  Mit Bagger, Planierraupe und Abfallcontainer rückten gestern die städtischen Wirtschaftsbetriebe Richtung Hochheide aus, im Schlepptau hatten sie die Polizei und einen Mitarbeiter des Sozialamtes. Das gemeinsame Ziel: die Hochhausruine Ottostraße 24-30.

„Die Stadt setzt dort ab sofort das Gelände instand“, sagt Paul Gunhold vom Homberger Bezirksamt. Aufgrund der unzumutbaren Hygiene auf dem Gelände sei man zum Handeln gezwungen gewesen, denn die Verwaltung sieht eine drohende Gesundheitsgefährdung. „Die Büsche wuchern bis auf die Straße. Dort sind sehr viel Unrat und kriechendes Getier, es bestand akuter Handlungsbedarf.“ Bis zum Wochenende soll nun das Areal wieder hergestellt werden, „ein freundliches Gesicht“ bekommen. Daher sind die Wirtschaftsbetriebe mit der Rodung und dem Rückschnitt der Pflanzen beschäftigt, und auch gegen Ungeziefer, vornehmlich gegen Ratten, werde die Stadt entsprechend vorgehen.

Die Menschen, die an und in der Hochhausruine bislang unerlaubt ihre Freizeit verbracht hatten, waren im Vorfeld über die Aktion informiert worden, so dass keine Räumung durch die Polizei nötig war. Lediglich ein Mann musste gebeten werden, zu gehen, was er auch tat.

Nicht der erste Schritt zum Abriss

Ist dann wieder alles hergerichtet, werden Polizei und Stadt „ein Auge auf das Gelände haben“, damit sich der Zustand nicht wieder verschlimmert. Das schließe auch mit ein, dass sich dort fortan niemand mehr verbotenerweise aufhält.

Mitnichten sei dieses jüngste Entwicklung aber der erste Schritt zum langersehnten Abriss. Gunhold: „Unabhängig von der Maßnahme laufen allerdings weiterhin die Bemühungen um entsprechende Fördergelder. Es gibt durchgehend den politischen Willen, dieses Gebäude abzubrechen.“

Die Rechnung für die Aktion müsste übrigens der Ruineneigentümer bezahlen, doch der ist nicht zu ermitteln und lässt sich folglich nicht zur Kasse bitten. „Der Stadt bleibt also nichts anderes übrig, als die Arbeiten selbst zu bezahlen.“