Stadt prüft, ob abgebranntes Haus in Duisburg-Homberg überbelegt war

Daniel Cnotka und Oliver Kühn
Die Feuerwehr rettete insgesamt 42 Personen vom Dach des Hauses an der Homberger Kirchstraße.
Die Feuerwehr rettete insgesamt 42 Personen vom Dach des Hauses an der Homberger Kirchstraße.
Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Durch einen Kellerbrand verursacht brannte ein Haus an der Kirchstraße in Duisburg-Homberg aus. Das Haus galt als Vorzeigehaus für Roma-Familien: Keine Überbelegungen, keine Abzocke. Doch nun prüft die Stadt, ob das Haus nicht doch überbelegt war, denn viele Bewohner sind nicht offiziell gemeldet.

Duisburg-Homberg. Unter der Überschrift „Gekommen, um zu bleiben“ berichtete diese Zeitung Anfang September über zwei Homberger Roma-Familien, deren Lebensverhältnisse sich im positiven Sinne deutlich von denen anderer Roma-Flüchtlinge, etwa aus dem Haus In den Peschen, unterschieden. Keine Überbelegung der Wohnungen, keine Abzocke durch den Vermieter. Nun ist das alles passé. Das Haus an der Kirchstraße ist durch den Kellerbrand verraucht, die Bewohner leben übergangsweise in einer benachbarten Turnhalle.

Jetzt, wo sich der Rauch verzogen hat, kommen Details ans Licht, die zeigen: In dem Haus – es gehört einem Geschäftsmann aus Berlin – war vieles eben nicht so, wie damals von der adretten Hausverwalterin beschrieben. Gezeigt hatte sie eine Wohnung, die zwar leicht runtergekommen, aber bewohnbar und mit 180 Quadratmetern Fläche für 15 Bewohner auch ausreichend groß war.

42 Bewohner auf dem Dach

Dass es weitere Wohnungen im Haus gibt, in der weitere Roma-Familien auf sehr viel weniger Raum untergebracht waren, verschwieg die Frau. Bei dem Brand hatten sich insgesamt 42 Bewohner auf das Dach geflüchtet, nicht alle waren an der Adresse gemeldet. Ob das Haus überbelegt war, prüft derzeit die Stadt

Zudem berichtete in den vergangenen Tagen der Bewohner einer anderen Wohnung im Haus (Name der Redaktion bekannt), dass der Keller vollgestopft sei mit Gerümpel und dass es schon einmal ein kleines Feuer im Dachgeschoss gegeben habe. Er komme gut mit den Nachbarn aus, Reibereien gebe es kaum, allerdings habe der genannte Mieter die Befürchtung, dass ihn die Verwalterin aus der Wohnung haben wolle, weil er sich regelmäßig über Missstände wie den Sperrmüll im Keller beschwert habe.

Recherchen ergaben, dass die Hausverwalterin auch am Bergheimer Haus In den Peschen tätig war, dort bei den Bewohnern Miete in Bar abkassiert hat. Nach einem Streit um offenbar zu wenig abgeführte Mieteinnahmen hatte sich der Vermieter von der Hausverwalterin getrennt. Die hatte dann in Homberg ein neues Betätigungsfeld gefunden und soll in Duisburg noch weitere Objekte zur Vermietung anbieten.