Stadt erlaubt Gebet in Moschee nur mit Nottreppe

Die Moschee in Rheinhausen.
Die Moschee in Rheinhausen.
Foto: NRZ

Duisburg. Die Stadt macht dem Türkischen Kulturverein Rheinhausen Auflagen für seine Moschee, die jahrelang ohne Genehmigung existiert hatte: Die Stadt will das Freitagsgebet nur genehmigen, wenn der Verein als Sofort-Maßnahme ein Not-Treppenhaus installiert.

Jahrelang hat die Moschee am Rheinhauser Marktplatz in Duisburg ohne jegliche Genehmigung existiert. Doch jetzt hat die Stadt den Betreibern eindeutige Auflagen gemacht. Die gelten vor allen Dingen für das Freitagsgebet, wenn sich die Gemeinde in der Moschee versammelt. Das Gebet am Freitag ist das wichtigste der gesamten Woche und soll möglichst gemeinschaftlich begangen werden.

Der Türkische Kulturverein Rheinhausen muss als Sofortmaßnahme ein Not-Treppenhaus installieren. Das ist nach Angaben der Stadt aber nur an der Außenfassade im Hinterhof möglich und könne in Form von Gerüstbau-Elementen angebracht werden. Die Nottreppe sei zwingend erforderlich, weil innerhalb des Gebäudes kein zweiter Fluchtweg existiere. Sollte der Kulturverein den Auflagen nicht nachkommen, hieß es am Montag aus dem Rathaus, würde die Stadt für das Freitagsgebet keine Genehmigung erteilen.

Nottreppe nur eine Übergangslösung

Wie berichtet waren Mitarbeiter der städtischen Bauaufsicht bereits am Donnerstagabend in der vergangenen Woche vor Ort und haben die Moschee begutachtet. Das Freitagsgebet am folgenden Tag durfte zwar stattfinden, allerdings auch nur unter Auflagen. Auf jeder der drei Etagen in dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus durften sich nicht mehr als 20 Personen gleichzeitig aufhalten. Ein Mitarbeiter der Baubehörde sei auch bei dem Gebet in der Moschee gewesen.

Die Nottreppe ist aber nur eine vorübergehende Lösung. Denn der Verein muss nachträglich eine Genehmigung beantragen, um das ehemalige Wohnhaus als Versammlungsstätte zu nutzen, und muss dabei die üblichen Auflagen des Brandschutzes erfüllen, zu denen auch der zweite Rettungsweg gehört.

Vom Kulturverein war bis Montagabend kein Mitglied des Vorstandes für eine Stellungnahme zu erreichen.

 
 

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