Sorgen um die Zukunft des Bertha-Krankenhauses

Foto: Tanja Pickartz
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Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.. Das Bertha-Krankenhauses versorgt als Akut-Psychiatrie den gesamten Duisburger Westen. Der Betriebsrat bemängelt einen Investitionsstau von 20 Millionen Euro. Deshalb sorgen sich die 124 Mitarbeiter um die Zukunft des Hauses.

FDP-Bezirksvertreter Thomas Wolters sorgt sich um die Zukunft des Bertha-Krankenhauses in Duisburg-Rheinhausen. Und damit steht er nicht alleine. Das alterwürdige Haus hat schon bessere Zeiten gesehen. Laut Betriebsrat ist eine Renovierung oder ein Umbau seit Jahren überfällig.

Dadurch, so Betriebsrats-Chef Helmut Böckeler, sei der Investitionsbedarf von ursprünglich 15 auf mittlerweile etwa 20 Millionen Euro angestiegen. Vor diesem Hintergrund sorgen sich die 124 Mitarbeiter um die Zukunft des Hauses, das als Akut-Psychiatrie den gesamten Duisburger Westen versorgt.

Sana entscheide über Investitionen

Wolters möchte in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Auskunft über Umbau- oder Renovierungspläne und „zur grundsätzlichen Zukunftsausrichtung des Bertha-Krankenhauses allgemein“ einfordern. Viel Erfolg dürfte das nicht haben: Zwar ist die Stadt Duisburg nach wie vor Mehrheits-Anteilseigner der Trägergesellschaft, aber „die Geschäftsführung liegt bei Sana“, wie Stadt-Sprecher Frank Kopatschek auf Anfrage mitteilte. Es sei klar, dass investiert werden muss, aber: „Wie und wann genau, entscheidet Sana; die Stadt nimmt dann über Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung Einfluss.“

Dass genau das bislang ausgeblieben ist, verunsichert die Mitarbeiter. Mit Sana steht der Betriebsrat laut Böckeler ohnehin ständig in Kontakt. „Jetzt ist mal langsam die Stadt als Mehrheitseigner gefordert.“ Der Betriebsrat hat sich nun an die im Stadtrat vertretenen Parteien gewendet: „Anstatt uns von der Verwaltung mit Standard-Antworten abspeisen zu lassen, wollen wir das Thema lieber auf politischer Ebene ins Gespräch bringen.“ Denn Pläne und Konzepte liegen schon vor.

Umzug der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Eines wäre der Umzug der Kinder- und Jugendpsychiatrie zum Hauptsitz des Klinikums am Kalkweg. Im Gegensatz zur Erwachsenen-Psychiatrie, die mit ihren 54 Betten an die Pflichtversorgung der Bezirke Rheinhausen und Homberg gekoppelt ist, ist die KJP für die Gesamtstadt zuständig und könnte ihren Standort frei bestimmen. Dann aber wohl kaum zur Freude der Stadt, die die „Sonnenschule“, in der schulpflichtige Patienten unterrichtet werden, erst dieses Jahr in einem Neubau auf dem Rheinhauser Klinik-Gelände neu eröffnet hat.

Da die Erwachsenenpsychiatrie an den Stadtteil und der jetzige Standort an seinen Zweck gebunden ist, dürfte deren Zukunft definitiv im Rheinhauser Ortsteil Friemersheim liegen. Ob allerdings eine Renovierung des über 90 Jahre alten, denkmalgeschützten Altbaus sinnvoll ist, oder man mit einem Neubau günstiger fährt, ist unklar.

Von Krupp als Werkskrankenhaus gegründet

1914 von Krupp als Werkskrankenhaus gegründet, wurde das Bertha-Krankenhaus 1969 von der Krupp-Stiftung an die Stadt (damals Rheinhausen) übergeben und gehört seit der Eingemeindung 1975 zu den Städtischen Kliniken Duisburg. Von denen hat die Stadt wiederum 2007 49 Prozent an den Münchner Finanzinvestor Sana verkauft. Seitdem firmiert der Klinikverbund mit Hauptsitz in Duisburg-Wedau als „Klinikum Duisburg gGmbH“. Bei der Übergabe des Bertha wurde vertraglich vereinbart, dass die Stadt Grundstück und Gebäude nur zu sozialen Zwecken nutzen darf.

 
 

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