Schleichfahrt in Trompet

Die Brücke An der Cölve in Duisburg-Trompet , die die Duisburger Stadtteile Trompet und Rumeln verbindet, darf jetzt nur noch mit 10km/h befahren werden.
Die Brücke An der Cölve in Duisburg-Trompet , die die Duisburger Stadtteile Trompet und Rumeln verbindet, darf jetzt nur noch mit 10km/h befahren werden.
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt Moers beschränkt das Tempo auf der Brücke „An der Coelve“ nach einer Prüfung des maroden Bauwerkes auf 10 km/h. Rheinhauser Politiker befürchten bald eine komplette Sperrung und mahnen den fälligen Neubau an.

Rheinhausen / Moers.  Die Hängepartie rund um die sanierungsbedürftige Brücke „An der Coelve“ zwischen Trompet und Rumeln hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: Seit etwa einer Woche weisen Schilder darauf hin, dass das marode Brückenbauwerk nur noch mit einer maximalen Geschwindigkeit zehn Kilometern pro Stunde befahren werden darf - und wie Leser der Redaktion glaubhaft versicherten, wird diese Geschwindigkeitsbeschränkung auch durch Kontrollen und gegebenenfalls Bußgelder durchgesetzt. Rheinhauser Politiker fürchten, dass das noch nicht das Ende ist: „Das ist bei Brücken in der Regel die letzte Maßnahme vor der Schließung, die dann im nächsten oder übernächsten Jahr, je nach Ergebnis der nächsten Prüfung in einem Jahr, folgen wird“, glaubt der Bergheimer Ratsherr Rainer Friedrich (SPD). Und der Moerser Stadt-Sprecher Thorsten Schröder gibt ihm Recht: „Es droht wirklich das Worst-Case-Szenario, nämlich dass die Brücke nach der nächsten Prüfung im April 2014 komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt werden muss.“

Die Brücke ist zwar fast nur für Duisburger Verkehrsteilnehmer relevant, die von Rheinhausen zur B57 in Richtung Rumeln oder Moers-Schwafheim (und umgekehrt) wollen, sie liegt aber wegen der unregelmäßig verlaufenden Stadtgrenze auf Moerser Gebiet - Moers wäre also auch für Sanierung oder Neubau verantwortlich. Zwar käme der Löwenanteil der geschätzten Kosten von drei Millionen Euro vom Land NRW, aber rund 600 000 Euro Eigenanteil müsste die Kommune schon bei der bislang üblichen Förderung von 80 Prozent zuzahlen. Bislang ist der Förderantrag laut Schröder aber noch gar nicht bewilligt, und „es sieht so aus, dass die Förderung auf 65 Prozent zusammengestrichen wird.“ Außerdem muss, wenn denn das Geld vom Land bewilligt und von der Stadt eingeplant ist, die Bahn planerisch beteiligt werden. Mögliche Auswirkungen auf die Dauer der Planung kennen Rheinhauser etwa vom Brückenbau für die endgültige Fertigstellung der „Südtangente“ L473n oder vom Fußgängertunnel am Bahnhof Friemersheim. Schröder: „Wenn wir da mit vier Jahren auskommen, ist es gut gelaufen.“

Vier Jahre, das ist der Zeitraum, um den man laut Schröder die Lebensdauer der maroden Brücke mit provisorischen Stärkungsmaßnahmen verlängern könnte. Doch auch die würden rund 120 000 Euro kosten, und für Moers stellt er klar: „Wir werden das nicht zahlen.“ Schließlich stehe Moers genau wie Duisburg unter Haushaltsaufsicht. Als möglichen Zahler könne er sich die auf die Brücke angewiesene DVG vorstellen.

 
 

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