Rauschende Party zum Jubiläum

Prunksitzung der Kolpingfamilie in Duisburg Homberg am 10.02.0213. Swinging Fanfares aus Düsseldorf Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
Prunksitzung der Kolpingfamilie in Duisburg Homberg am 10.02.0213. Swinging Fanfares aus Düsseldorf Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
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Der Elferrat der Kolpingfamilie Homberg setzte den viel bejubelten Schlusspunkt des diesjährigen Sitzungskarnevals im Duisburger Westen.

Schlümpfe liegen Superhelden in den Armen, Gangsterbräute schunkeln mit Pharaonen und Haifische stoßen mit Zimmermädchen und Bienen an. Am Tulpensonntag kann das in Hochheide nur eines bedeuten: Der Elferrat der Kolpingfamilie feiert in der restlos ausverkauften Hochheider Glückauf-Halle die größte Karnevalssause in Homberg. Am 77-jährigen Jubiläum des Vereins boten die Veranstalter den rund 1100 Narren eine besondere Show zum Schluss des Sitzungskarnevals.

Schon als die Düsseldorfer „Swinging Fanfares“ die Prunksitzung musikalisch eröffnete, feierte das Publikum ausgelassen und tanzte auf den Stühlen. Doch diese Begeisterung sollte sich noch steigern, nicht zuletzt durch die vielen vereinseigenen Gruppen und Entertainer. Ob Tanz, Musik oder Büttenreden, das Narrenvolk war äußerst freigiebig mit seinem Applaus und seinen Lachern, sehr zur Freude der Tanzgarden, des Büttenredners „der lustige Jo“, des Bauchredners Klaus Rupprecht mit seinem respektlosen Affen Willi sowie der „Homberger Sternchen“ mit ihrer Playback-Show.

Beim Auftritt der Comedy-Tanzgruppe „Tena Ladies“ kochte der Saal und jubelte laut, als die Damen ihre ausgepolsterten Wänste und Hintern schüttelten und sich in Übergrößen-Negligés präsentierten. Lautstarken Jubel gab’s bei der Zugabe, als die Ladies nach einer Ruckzuck-Schlankheitskur den Chic großer Weltstadt-Partys nach Hochheide brachten und mit allen Jecken gemeinsam im „Gangnam Style“ tanzten.

Lustkreischen für „de Räuber“

Sich anschließend wieder zu setzen, war für die Gäste unmöglich, denn die Kölner Kultbarden „de Räuber“ rockten mit ihren Stimmungsliedern die Hütte und versetzten das Publikum in höchste Begeisterung. Zum Boogie-Woogie und Rock ‘n’ Roll der Kölsch-Band stürmten die Tena Ladies erneut die Bühne, schnappten sich den Kolping-Elferrat, der sich auf seinen Ehrenplätzen zu unrecht sicher gewähnt hatte, und sie tanzten, bis ihnen die Sohlen heiß wurden. Auch in der übrigen Glückauf-Halle gab’s dann kein Stillstehen mehr. Einzig die Kellnerinnen schunkelten nicht mit, bahnten sich allerdings gekonnt ihre Wege durch die Jeckenmeute – wahre Schwerstarbeit, solange die Räuber ihre Lieder schmetterten. Letztlich brach sogar Lustkreischen los, das nicht von ungefähr an derzeit beliebte Schuhversand-Fernsehwerbung erinnerte. Da die Band aber auch ein Herz für Verliebte hat, blieb außerdem Zeit für einen Walzer. Diese Gelegenheit packten viele Pärchen dankbar beim Schopfe – wenn auch manchmal nur, um sich zu liebkosen.

Für etliche Lachattacken sorgten hingegen die streitenden Rentner „Willi & Ernst“ aus Koblenz, die sich im steten Streitgespräch nicht gegenseitig den Dreck unter den Fingernägeln gönnten. Ihre Zuschauer überraschten die beiden in Rentierpulli und Strickpullover gekleideten Möchtegern-Senioren jedoch nicht nur mit spitzen Zungen, auch mit Gesangseinlagen. Darunter ein spontan gedichtetes Liebeslied an die Meidericher Piratin Heidi, die Willi ad hoc das Herz gestohlen hatte.

Gentleman mit zwölf Prostituierten

Anrüchig wurde es dann zum Schluss. Nicht nur die Männer, auch etliche Damen hatten fast fünf Stunden lang darauf gewartet: Gleich zwölf Prostituierte buhlten um einen einzigen Gentleman – das können selbst die meisten Herrensitzungen nicht bieten. Das Männerballett „die Rheinperlen“ machte es möglich, es hatte seine Choreographie an „Pretty Woman“ angelehnt und erntete nicht nur für die schrägen Verkleidungen, sondern vor allem für etliche Sprünge und Würfe viel Applaus. Als ihre dritte Zugabe beendet war, hatten sie mit den Narren bereits in den Rosenmontag hineingefeiert.

 

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