Querschnitt aus verschiedenen Jahrhunderten

Abwechslungsreich und auf musikalisch hohem Niveau, so präsentierte sich das Programm der 114. FreitagsMusik an Christus-König in Bergheim. „Die Zuhörer haben hier die Möglichkeit einen guten Querschnitt der Musik aus verschiedenen Jahrhunderten zu hören“, sagte Veranstalter Ludger Morck. Der Kirchenorganist hatte befreundete Musiker aus Moers eingeladen: „Haus-und Hoftrompeter“ Stefan Büscherfeld, die sehr filigrane Violinistin Natascha Lenhartz und den Organisten der Moerser Stadtkirche, Axel Berchem, die schon öfters miteinander konzertiert haben.

Sie starteten mit einem barocken Stück, „Triosonate in B-Dur“ von Johann David Heinichen, der an der Leipziger Thomasschule ausgebildet und 1717 in Dresden Kapellmeister wurde. Hier konnte gerade Stefan Büscherfeld die schwierigen barocken lyrischen Phrasen auf der Piccolo-Trompete nachzeichnen, die ihm in puncto Atemtechnik viel abverlangten. Das Stück „Fugenkitt mit Bach“ entstand im Rahmen eines Benefizkonzertes der drei Musiker in der Moerser Stadtkirche.

Ein barocker Anfang, wandelte sich langsam in Richtung Romantik, abwechselnd übernahmen Stefan Büscherfeld an der B-Trompete und Natascha Lenhartz die Melodieführung, bis dann Axel Berchem am Piano ganz unverhofft Jazz-Akkorde setzte und er so das Stück auf einmal in den New Jazz überführte - ohne dabei die barocken Bachschen Strukturen gänzlich aufzureißen, zu denen das etwa 15-minütige Werk am Ende zurück plätscherte.

Warum Johannes Brahms seine „Zwei Gesänge für eine Altstimme und Bratsche op. 91“, bestehend aus „Gestillte Sehnsucht“ und „Geistliches Wiegenlied“ ausgerechnet für Flügelhorn und Viola komponiert hatte, hörten die etwa 70 Zuhörer, als Stefan Büscherfeld ganz vorsichtig den Ton, quasi ertastete, und in das warm klingende Instrument blies. Es entstand ein instrumentales Meisterstück des Spätromantikers, das seine wohlige Wärme in seinen Harmonien in der Christus-König-Kirche verbreitete, zumal Natascha Lenhartz den Klang des beruhigenden Flügelhorns mit ihrer weich gestrichenen Viola aufnahm.

Ein verschleppter Tango „Milonga en Sanlúcar de Barrameda“ von Astor Piazolla setzte noch mal einen Gegensatz in puncto Rhythmik gegen das bisher gehörte, eine Spur von Temperament und Feuer durchzog die drei Instrumentalisten bei ihrer Interpretation des kurzen Musikstückes. Abgerundet wurde die wieder einmal sehr interessante musikalische Mischung mit dem „Cappricio Paganini“ von dem Wundergeiger und Komponisten Niccolò Paganini, das vor schwierigen Violinengriffen nur so strotzte und hierbei Natascha Lambertz noch einmal ihre Spielfähigkeit dem begeisterten Publikum zeigen konnte. Ein schöner, besinnlich stimmender Konzertabend. Bei der FreitagsMusik am 4. Dezember spielt der wandlungsfähige Lübecker Pianist Holger Mantey. Elemente aus Klassik und Jazz, angereichert mit Improvisationen und Meditativem, gehen bei ihm eine originelle Verbindung ein.

 
 

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