PCC verkauft seine Energie-Sparte

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Homberg. Die Beschäftigten in der Homberger Zentrale der PCC Energie GmbH haben ab sofort einen neuen Dienstherren: Der spanische Energieversorger Nexus Energia S.A. hat die Strom- und Gasvertriebs-Tochter der PCC SE Holding, ebenfalls mit Sitz in Homberg, erworben.

Über den Preis haben beide Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart. PCC Energie ist seit 1999 bundesweit als Strom- und Gasversorger für rund 6100 Kunden aus Industrie und Mittelstand aktiv. Der Umsatz der Gesellschaft wird 2010 rund 125 Mio. Euro betragen.

Laut Peter Wenzel, Leiter der Energie-Sparte bei der Muttergesellschaft PCC SE, sind die Arbeitsplätze - insgesamt 120 in Deutschland, davon rund 80 in Homberg - vorerst sicher: „Der Erwerb von PCC Energie ist der erste Schritt von Nexus auf den deutschen Markt. Es gibt also keine anderen Standorte, und damit auch nicht die Gefahr einer Zusammenlegung von Arbeitsbereichen“, sagte Wenzel im Gespräch mit der Redaktion. Bindende Vereinbarungen dazu seien allerdings nicht Bestandteil des Vertrages zwischen Nexus und PCC SE. Da Nexus aber plane, im deutschen Energiemarkt zu expandieren, könne man eher mit mehr als weniger Arbeitsplätzen in Homberg rechnen.

Mit dem Verkauf der Energievertriebs-Sparte schließt PCC SE nach eigenen Aussagen die Neuausrichtung der Energie-Sparte ab. Statt dem ursprünglichen Energiehandelsgeschäft wolle man sich in Zukunft stärker auf Entwicklung und Betrieb eigener Kraftwerke, vor allem in Ost- und Südosteuropa, konzentrieren. Wenzel: „Auch dort sind erneuerbare Energien wegen gesetzlich garantierter Einspeise-Vergütungen, etwa im ehemaligen Jugoslawien, wirtschaftlich interessant.“ In Zentralbosnien hat PCC bereits im Februar 2009 ein Wasserkraftwerk in Betrieb gestellt.

„Wasserkraft“, so Wenzel, „hat gegenüber Windkraft oder Photovoltaik den Vorteil, dass es eine vergleichsweise einfache Technik ist, mit der man auch ohne Subventionen ziemlich nah am Marktpreis wäre.“ In Deutschland würden die verfügbaren Kapazitäten aber schon fast vollständig genutzt. „Das ist auf dem Balkan anders. Wir kennen diese Länder aus dem Stromhandel - viele müssen derzeit Energie importieren. Das liegt auch daran, dass vorhandene konventionelle Kraftwerke oft alt, schlecht gewartet und entsprechend ineffizient sind.“ Daher, so Wenzel, sei man dort auf der Suche nach Alternativen - die PCC im Sortiment hat.

 
 

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