Neuer Ärger um marode Remise in Rumeln

So sah es hier vor der maroden Remise an der Rumelner Dorfstraße rund 18 Monate aus. Seit gestern sind Absperrung und Ampel verschwunden.
So sah es hier vor der maroden Remise an der Rumelner Dorfstraße rund 18 Monate aus. Seit gestern sind Absperrung und Ampel verschwunden.
Foto: WAZ-Fotopool
Sperrung der Dorfstraße in Rumeln an der Dauerbaustelle Remise ist wieder aufgehoben. Anwohner Peters hält das für unverantwortlich. Bauarbeiten gestoppt.

Duisburg-Rumeln..  Der Haussegen hängt schon seit Jahren schief in der Wohnsiedlung, Ter Needens Hof an der Dorfstraße in Rumeln-Kaldenhausen, die Eigentümer der 44 Eigentumswohnungen sind sich nicht alle grün untereinander. Davon können Miteigentümer Ralf Peters und seine Partnerin Olga Akulova ein Lied singen. Die Russin hatte 2013 die denkmalgeschützte, aber marode Remise des Hofes erworben, um sie nach gründlicher Sanierung privat zu nutzen. Doch nach ersten Erfolgen - immerhin wurde ein neuer Dachstuhl errichtet - schlummert die Baustelle nun wieder im Dornröschenschlaf. „Warum nur?“ fragen sich nicht nur die Verkehrsteilnehmer, die sich seit 2013 an dieser Stelle der Dorfstraße durch ein Nadelöhr zwängen müssen.

Denn die Bauaufsicht hatte die Baustelle der Remise damals auf einer Spur absperren und auch eine Ampelanlage installieren lassen. Folge für Auto- und Radfahrer: Staus. Folge für die Anwohner: Lärm und Gestank.

Kern des Konflikts ist wieder einmal das „liebe Geld“: Remise-Eigentümerin Akulova und ihr Partner Peters, die 42 anderen Eigentümer und die Homberger Hausverwaltung streiten sei geraumer Zeit darum, wer für die überfällige Sanierung der Remise zahlen soll. Normalerweise erklärt der Kaldenhauser Rechtsanwalt Marcus Mellenthin, ist der Fall klar. „Vereinfacht gesagt: Die Außenwände, die Fassaden so einer Immobilie sind Gemeinschaftseigentum, alle Eigentümer müssen für die Sanierung aufkommen. Dagegen ist der gesamte Innenbereich, also auch die Innenwände, Sondereigentum.“ Sondereigentum von Remise-Käuferin Olga Akulova. Ergo: Die Sanierung der kaputten Backsteinmauern müssen sich alle 44 Eigentümer teilen, die Restaurierung der Innenwände zahlt allein die Eigentümerin. Normalerweise seien diese Zuständigkeiten in einer vernünftigen Teilungserklärung der Eigentümergemeinschaft klar geregelt, so Mellenthin. Das sei im vorliegenden Fall aber offenbar anders. Daher sieht der Jurist für alle Beteiligten jetzt nur noch den Weg zum Gericht, um den Zankapfel Remise juristisch aus der Welt zu schaffen. Derweil decken sich die Beteiligten gegenseitig mit Eilanträgen an Behörden und Baugutachten ein.

Das jüngste Fachgutachten im Auftrag von Peters bescheinigt der kaputten Remise: „Das Mauerwerk ist grob mangelhaft. Die bisherigen baulichen Maßnahmen berücksichtigen dies nicht. Neben dem Vermögensschaden bei Versagen der Außenwände besteht für Arbeiter und insbesondere für Fußgänger neben der Straße Gefahr für Leib und Leben!“ Peters hat daher die Bauaufsicht informiert. Zumal auch die Hausverwaltung nicht untätig war, die beim Amt für Baurecht und -beratung den Abbau der Sperrung und Ampel bewirkte. Jetzt wurden Ampel und Sperrgitter abgebaut Grund: Die Remise sei sicher genug. Peters hält das für unverantwortlich: „Nun ist an der Baustelle Gefahr im Verzug.“

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