Neue Asyl-Unterkunft in Homberg geplant

Daniel Cnotka und Martin Krampitz
Ein vertrautes Bild: So sieht das Haus  der Schiffergemeinde an der Dammstraße in Alt-Homberg heute aus. Bald wird es umgebaut.
Ein vertrautes Bild: So sieht das Haus der Schiffergemeinde an der Dammstraße in Alt-Homberg heute aus. Bald wird es umgebaut.
Foto: FUNKE Foto Services
Nach der Glückauf-Halle soll auch das „Haus der Schiffergemeinde“ in Alt-Homberg mittelfristig als Unterkunft für Asylbewerber genutzt werden. Altbau wird umgebaut.

Duisburg-Homberg.  Als das leerstehende Haus der Schiffergemeinde an der Dammstraße in Alt-Homberg zum ersten Mal für die Unterbringung von Flüchtlingen ins Gespräch kam, war gerade die Glückauf-Halle zum Landesasyl geworden. „Das Haus der Schiffergemeinde hätte schon damals zur Verfügung gestanden, man hatte sich aber da für die Glückauf-Halle entschieden, da diese kurzfristig zur Verfügung stand“, sagt Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann (SPD).

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Nun ist aufgeschoben offenbar nicht aufgehoben. Das der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag gehörende Gebäude soll nun eine städtische Asylbewerberunterkunft werden.

Nach einigem Zögern bestätigte auch die Pressestelle der Stadt Duisburg auf Nachfrage, dass der seit Ende Mai leerstehende Altbau als Notunterkunft für Asylbewerber genutzt werden soll. Stadtsprecherin Anja Kopka: „Das Schifferheim ist in der mittelfristigen Planung. Wir können derzeit jedoch noch keine konkreten Angaben zur Belegung machen.“ Das Projekt sei sicherlich nicht kurzfristig zu realisieren, so die Sprecherin.

Bezirksbürgermeister Paschmann geht davon aus, dass das Gebäude an der Dammstraße nach einem entsprechendem Umbau für die neue Nutzung als Notunterkunft frühestens ab März oder April kommenden Jahres zur Verfügung stehen kann. Bei dem notwendigen Umbau soll es unter anderem um einen teilweise neuen Zuschnitt der Etagen und Zimmer, um die energetische Sanierung des Altbaus, aber auch um den vorgeschriebenen Brandschutz und die Fluchtwege gehen.

Wie Stadtsprecherin Kopka vermochte auch Paschmann nicht sagen, wie viele Flüchtlinge genau in das ehemalige Schifferkinderheim einziehen werden. Als das Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen erstmals im September öffentlich ins Gespräch gebracht wurde, war von rund 80 Plätzen die Rede. Das frühere Schifferkinderheim beherbergte zeitweise bis zu 120 Jungen und Mädchen.

Flüchtlingskreis signalisiert Hilfe

Der regelmäßig tagende „Flüchtlingskreis Glückauf-Halle“, bestehend unter anderem aus Vertretern von Kirchen und Wohlfahrtorganisationen, will sich auch der Menschen annehmen, die in die neue Einrichtung „ aus der Schiffergemeinde“ ziehen. Paschmann: „Was konkret geschieht, steht allerdings erst dann fest, wenn wir wissen, wann die Einrichtung genau fertig wird und auch die Zahl der Bewohner klar ist.

INFO-BOX:
Die ehemalige Gaststätte „
Köhnen“an der Dammstraße 1b in Alt-Homberg wurde 1950 zum Schifferkinderheim der evangelischen Gemeinde umgebaut. Zuständig für die Leitung des Hauses war, so der Homberger Heimatforscher Reinhard Stratenwerth Pastor Walter Ackermann.
„Die Schifferkinder
blieben bis zu ihrem sechsten Lebensjahr an Bord, kamen dann nach Homberg, damit ein regelmäßiger Schulbesuch gewährleistet wurde“, so Stratenwerth. 1990 wurde das Heim zum „Haus der Schiffergemeinde“. Ab da übernachteten hier Binnenschiffer.