Nachbarschaftsfest am „Roten Riesen“ in Hochheide

Simon Pake
Am „Roten Riesen“ zeigte Clown Aki sein Können an den schwebenden Tellern. Die Kinderübten fleißig, um es demJonglier-Profi nachzumachen.
Am „Roten Riesen“ zeigte Clown Aki sein Können an den schwebenden Tellern. Die Kinderübten fleißig, um es demJonglier-Profi nachzumachen.
Foto: Funke Foto Services
Party für jung und alt in der Hochheider Hochhaus-Siedlung hat inzwischen längst Tradition.

Duisburg-Hochheide.  Ältere Nachbarn und junge Migranten: Ob das gut geht? Diese Frage stellte sich immer wieder im Quartier rund um das Hochhaus „Roter Riese“ an der Hanielstraße in Hochheide. Denn in dem barrierefrei umgebauten Hochhaus leben viele Senioren, im benachbarten Familienzentrum Hanielstraße und der Sankt-Josef Kinder- Jugend und Familienhilfe sind dafür viele junge Menschen, viele mit Migrationshintergrund. Die Antwort auf die Eingangs-Frage wird heute einmütig so beantwortet: „Und wie gut das geht!“

Das zeigte sich wieder beim inzwischen fünften „Sommerfest der Generationen“ bei strahlendem Sonnenschein. Jung und Alt feierten rund um den Wendehammer vor dem Hochhaus gemeinsam. Die Hausbewohner hatten jede Menge Kuchen gebacken, der zugunsten des Familienzentrums und der Familienhilfe verkauft wurde. Dort wiederum gab es internationale Köstlichkeiten von der türkischen Pizza bis hin zu ausgefallenen Spießen. Klassiker wie Bratwurst, Zuckerwatte oder Popcorn fehlten aber auch nicht. Für die Kinder war viel toben angesagt. Sie hatten Spaß beim Bälle werfen, Nägel hämmern, dem Mitmachzirkus oder beim Wutbälle basteln.

„Als wir das Fest das erste Mal veranstaltet haben, wollten wir Begegnungen schaffen und Vorurteile abbauen. Wir wollten zeigen: So verschieden sind wir gar nicht“, erzählt Petra Schoenenborn, Leiterin der Tagesgruppe in Sankt Josef. Das funktioniere durch das Fest immer besser. Sogar Freundschaften seien entstanden. „Man grüßt sich auf der Straße“, freut sich auch Gabriele Strüver, Quartiersmanagerin der Caritas im „Roten Riesen“.

Ein besonderer Gast auf dem Fest war das Quartiersbüro Hochheide, das erst vor kurzem an der Moerser Straße 245 eingezogen ist. „Wir wollen Vertrauen schaffen. Das geht am besten, wenn wir auf solchen Festen ganz viele Akteure und Leute kennen lernen und nicht nur im Büro sitzen“, erläutert Brigitte Karhoff das Selbstverständnis des Büros. Gleichzeitig konnten die Mitarbeiter auch die geplanten Maßnahmen für Hochheide, die unter anderem den Abriss mehrerer „Weißer Riesen“ vorsehen, vorstellen. „Viele Menschen, die nicht gut Deutsch können und nicht die Zeitung lesen, wissen von dem Projekt gar nichts“, sagt Arkan Al-Bakr, ebenfalls Mitarbeiter des Büros. Das soll sich zukünftig mit Broschüren in anderen Sprachen aber ändern.

Hochhaus-Chor will noch etwas üben

Eigentlich hätte auch der neu gegründete Hochhaus-Chor auf dem Fest auftreten sollen. Aber die Sänger von „The Red Rooms“ wollen noch ein wenig üben. Sie sind spätestens kommendes Jahr zu hören...