Mit Floh eine Runde drehen

Hans Zolopa blickt zufrieden über seinen Hof. Es sind viele Besucher zum Sommerfest gekommen. Gut gelaunt stehen sie am Glücksrad, an der Tombola, vor dem Stall spielt eine Country -Band. Gleich kommen Kinder zum Ponyreiten. Dass der Hof fast unter Wasser stand und noch immer einige Pferde in einem anderen Stall untergebracht werden müssen, weil die Wiesen am Rhein überschwemmt sind, ist an diesem Tag kein Thema. Und irgendwie doch. Denn blickt man aus den Fenstern der Cafeteria in Richtung Rhein, sieht man immer noch große Pfützen auf den Wiesen. Einige der 70 Pferde und Ponys stehen schon wieder draußen und grasen.

Hochwasser erschwert Arbeit

Doch es ist immer noch ein Großteil der Wiesen überschwemmt, andere Stellen, an denen das Wasser schon zurückgegangen ist, sind braun. „Wir hatten Glück: Ein Landwirt aus Neukirchen-Vluyn hat uns Heu und Heulage verkauft. Einen Großteil finanzieren wir durch Spenden. Daher freuen wir uns stets, wenn uns jemand unterstützen möchte!“ so Hans Zolopa. Gebraucht wird alles: finanzielle Unterstützung und Futter.

„Es wird dauern, bis wieder Gas wächst und wir die Pferde so raus stellen können wie früher“, fügt Renate Zolopa hinzu. Aktuell kaufen wir Futter für die Tiere zu, das sind pro Tag gern mal drei Ballen Heu, zwei Rundballen Stroh und ein Sack Futter. „Im Moment besteht ein Großteil unserer Arbeit darin, den Unrat von der Wiese ab zu sammeln. Wir haben uns sogar eine Feuerwehrpumpe besorgt und versuchen, das Wasser zurück in den Rhein zu pumpen“, berichtet sie. Die Tiere stehen teilweise auf einem anderen Hof, haben viel Stallruhe. „Das ist natürlich bei Pferden, die es gewohnt sind, draußen zu stehen, schwierig, weil sie unruhig werden. Wir hoffen, dass sie bald wieder richtig raus können.“

Beim Sommerfest gab es Ponyreiten, Kinderschminken, Möhrenweitwurf, einen Pferdekurs, bei dem Kinder lernen, wie man ein Pferd richtig pflegt und füttert. Auch ein Glücksrad und eine Tombola dürfen nicht fehlen – natürlich, wie könnte es auf einem Tiergnadenhof auch anders sein, mit Artikeln rund ums Tier. Der Höhepunkt war für die Kinder natürlich das Ponyreiten: Die Ponys Floh, Anton, Twister, Marjana, Fabius, Calli und Silva wurden von Helferinnen hereingeführt. Einige trugen Sättel, andere weichen Decken und Voltigiergurte auf dem Rücken. Die Kinder durften sich „ihr“ Pony aussuchen. Sie bekamen eine Reitkappe und dann ging es los. Die Helferinnen hoben sie auf den Rücken der Tiere und führten sie auf dem Reitplatz herum. Nun hoffen Hans und Renate Zolopa, dass bald das Wasser zurückgeht und sie ihren Betrieb wieder ganz normal aufnehmen können.

 
 

EURE FAVORITEN