Midge Ure kommt in die Erlöserkirche Duisburg-Rheinhausen

Die Erlöserkirche Rheinhausen wird auch gerne für Auftritte von Pop- und Volksmuskern gebucht. Pfarrerin Christa Beutelmann kennt den Grund.
Die Erlöserkirche Rheinhausen wird auch gerne für Auftritte von Pop- und Volksmuskern gebucht. Pfarrerin Christa Beutelmann kennt den Grund.
Foto: Ute Gabriel
Nach Heino tritt nun der Popmusiker Midge Ure in der Rheinhauser Erlöserkirche auf. Das Gotteshaus ist für Konzerte sehr beliebt - aus gutem Grund.

Duisburg-Rheinhausen.. Zugegeben, der Vergleich hinkt etwas, wagen wir ihn aber dennoch: Was Heino für die deutsche Volksmusik ist, ist Midge Ure für die Popmusik der 1980er Jahre. Nun gut, Heino (76) ist seit Jahrzehnten so etwas wie ein Megastar, nahezu jeder Deutsche kennt ihn. Midge Ure (61), Mit-Macher des „Live-Aid“-Konzertes von 1985 und Kopf der Band Ultravox („Dancing with Tears in my Eyes“, „Vienna“) hatte seine beste Zeit eben in den 1980ern, danach ist es ruhiger geworden um ihn. Eines haben die beiden Männer im Seniorenalter aber gemeinsam: Den Auftrittsort „Erlöserkirche Rheinhausen, Beethovenstraße 18a“. Heino war im November 2013 da, Ure kommt am 5. November des laufenden Jahres.

Pop- und Volksmusik in einer Kirche. Das passt wahrlich zusammen. „Die Akustik in der Halle ist einfach gewaltig“, sagt Pfarrerin Christa Beutelmann. Das Geheimnis der schönen Klänge ist die Holzdecke. „Sie dämpft den Klang, anders als etwa eine Steindecke, die den Klang eher zurück wirft.“ Regelmäßiger Gast in der evangelische Gemeinde, deren Kirche quasi direkt neben der Rheinhausen-Halle steht, sind die „New York Gospel Stars“.

Ure spielt erstmals in einer Kirche

Und da Gospel Stars und auch Mister Ure von der selben Bochumer Konzertagentur vertreten werden, war der Kontakt schnell hergestellt. „Wir kennen die Erlöserkirche gut, neben dem tollen Sound begeistert uns auch der aufsteigende Aufbau der Reihen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, ähnlich eines Amphitheaters“, sagt der zuständige Agentur-Mitarbeiter Georg Knaupe. Man sei mit der Idee auf Midge Ure zugegangen. Er hatte sich schnell für den Vorschlag begeistern lassen, erstmals in einer Kirche zu spielen, weiß Knaupe.

Die Agentur geht davon aus, dass der Brite Midge Ure noch immer einen beträchtlichen Kreis von Fans auch in Deutschland hat, hält die Tournee aber durchaus für eine Herausforderung. „Es ist gar nicht so einfach, bis zu 1000 Leute für ein Konzert eines Helden aus den 1980ern zu begeistern, ich hoffe aber, dass um die 500 Zuschauer am 5. November dabei sein werden“, sagt Knaupe. Damit ist Ure dann wieder in einem Atemzug mit Heino zu nennen. Den hatten auch um die 500 Fans in der Erlöserkirche bejubelt, 800 passen rein.

Pfarrerin Doris Beutelmann freut sich über den poppigen Besuch in der Erlöserkirche. Auf die Frage, welchen Gast sie sich denn für einen Auftritt in ihrer Kirche wünschen würde, muss sie erst eine Weile nachdenken. Dann aber nennt sie Paul McCartney und Rod Stewart. Mit Roddie arbeite die Agentur LB-Events sogar zusammen, Knaupe macht aber wenig Hoffnung, die Reibeisenstimme nach Rheinhausen bringen zu können: „Da befinden wir uns in Sachen Gage in anderen Dimensionen. Tickets müssten dann um die 5000 Euro pro Stück kosten.“

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