Midge Ure fühlt sich "auf ewig mit Ultravox verbunden"

Midge Ure spielt im Herbst live in der Erlöserkirche in Rheinhausen. Das Bild zeigt den schottischen Musiker bei dem Konzert „Rock meets Classic“ gemeinsam mit anderen Rockmusikern im April 2014 in der Grugahalle Essen.
Midge Ure spielt im Herbst live in der Erlöserkirche in Rheinhausen. Das Bild zeigt den schottischen Musiker bei dem Konzert „Rock meets Classic“ gemeinsam mit anderen Rockmusikern im April 2014 in der Grugahalle Essen.
Foto: WAZ FotoPool
Der schottische Rockmusiker Midge Ure kommt im November nach Duisburg. In der Rheinhauser Erlöserkirche spielt er mit seiner Band India Electric Co.

Duisburg.. Midge Ure solo und seine Band Ultravox gehörten mit ihrem New Wave-Sound zu den größten Rockstars der 1980er Jahre. Ultravox landeten Hit auf Hit, unvergessen sind „Vienna“ und „Dancing with tears in my eyes“ oder „If I was“. Und nicht nur das: Midge Ure schrieb gemeinsam mit dem Iren Bob Geldof den legendären Song „We are the world“, den Mega-Hit zu dem erfolgreichen Dritte-Welt-Projekt „Band Aid“.

30 Jahre später kommt Midge Ure nach Rheinhausen, gibt mit seiner Band India Electric Co. am 5. November in der Erlöserkirche in Rheinhausen, bekannt für ihre hervorragende Akustik, ein Konzert. Das Trio wird das gesamte Solo-Album „Breathe“ aus dem Jahr 1995, dazu jede Menge Hits spielen.

Der Veranstalter erwartet ein volles Haus, maximal 800 Fans passen in den Kirchenraum. Karten gibt es ab sofort in der Bücherinsel, Friedrich-Alfred-Straße, Rheinhausen-Hochemmerich, 02065/31011, und an allen bekannten Eventim-Vorverkaufsstellen. Die Redaktion sprach im Vorfeld seines Rheinhauser Konzerts mit Midge Ure.


Spielen Sie noch Ihre alten Hits „Dancing with tears in my Eyes“ und „Vienna“, und wie ist die Reaktion des Publikums darauf?

Midge Ure: Ja, natürlich. Das ist, was das Publikum erwartet. Ich packe dann neueres Songmaterial dazu, um die Setliste interessant zu gestalten. Manchmal wird noch mehr älteres Ultravox-Material gespielt, so ist für jeden etwas dabei. Die „Breathe again“-Show im Herbst in Rheinhausen ist insofern unterschiedlich, da ich das gesamte „Breathe“-Album in einer halbakustischen Version mit zwei brillanten Musikern mit Mandoline, Violine und Akkordeon einspiele, aber auch da wird man natürlich noch andere Songs hören.

Würden Sie sagen, Sie haben in den 80ern Avantgarde-Pop gemacht, wie sehen Sie Ihre Musik heute?

Ure: Ich mag es nicht, Musik in Schubladen zu packen. Das führt zu nichts. Letztes Jahr spielte ich auf einem großen Festival vor 6000-Hardcore-Gothic-Fans und die haben die Show gemocht. Dieses Jahr spiele ich mit Akkordeon und Violine mein Programm, da weiß ich nicht, wie man das einschätzen soll. Ich habe alle Stilrichtungen während meiner Karriere durchlaufen, die ihr (Journalisten oder Rockredakteure, die Red.) hören wolltet.

Sie haben 2009 eine Art Reunion mit Ultravox gestartet. Gibt es neue Pläne mit der einstigen Band?

Ure: Es war niemals beabsichtigt, ein andauerndes Projekt zu werden. Ultravox ist die Sache immer anders angegangen. Wenn sich ein neues Projekt anbietet, werden wir schauen, was wir machen, ob es etwas ist, was uns fasziniert oder nicht. Aber im Moment gibt es keine Pläne für irgendetwas.

Stehen Sie denn heute noch im regelmäßigen Kontakt mit Ihren einstigen Band-Kumpels?

Ure: Ja, wir sind auf ewig miteinander verbunden, aber wir sehen uns nicht regelmäßig persönlich. Das letzte Mal, dass Billy (Currie, Keyboards) und Warren (Cann, Schlagzeug) und ich uns gesehen haben, war 2013 bei einer O2-Show in London.

Sie sind selber Schotte. Wie ist denn da der schottische Einfluss in Ihrer Musik zu bewerten?

Ure: Ja, ich werde auch immer Schotte bleiben, natürlich beeinflusst das schon mein Songwriting. Aber es fließt nicht unbedingt offensichtlich mit hinein. Ich mag zum Beispiel nicht, diesen Shortbread Tin Tartan, diesen typischen Schottenrock, den finde ich selbst sehr merkwürdig.

Sie haben den „Band Aid Trust“ mit Bob Geldof gegründet, sind Botschafter für die Hilfsorganisation „Save the Children“. Warum engagieren Sie sich seit vielen Jahren in sozialen Projekten?

Ure: Weil wir doch alle Menschen sind. Wenn man etwas verändern kann, warum sollte man es nicht tun?

Komponieren Sie Songs jetzt als Solokünstler auf eine andere Art und Weise als in der Bandphase mit Ultravox?

Ure: Nicht wirklich, außer, dass die Dinge technisch einfacher im Solofomat abgehen und die Soundchecks schneller ablaufen, was eine tolle Sache ist.

Wie sind Ihre Pläne für die Zukunft?

vIch wünsche mir, das nächste Album aufzunehmen, bevor wieder zwölf Jahre vergangen sind...

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