Laut geben, wenn es schwierig wird

Rudi Lisken und der „Friemersheimer Hahn“.
Rudi Lisken und der „Friemersheimer Hahn“.
Foto: WAZ FotoPool
Den diesjährigen „Friemersheimer Hahn“ für Verdienste um Rheinhausen bekommt der Lokalpolitiker Rudi Lisken. Feierstunde mit einem „Querkopf“ im Lehrerhaus.

Ein Hahn, so berichtet es Günter Pfeiffer, meldet sich immer dann zu Wort, wenn es auf dem Hof schwierig wird. Der Freundeskreis lebendige Grafschaft aus Friemersheim, Pfeiffer steht dem Verein vor, hat dieses Tier ganz bewusst ausgewählt, um es als Tonfigur verdienten Rheinhausern zu überreichen. Überträgt man die Symbolik, so ist Rheinhausen der Hof. Der Hahn ist Rudi Lisken.

„Ihre Verdienste um Friemersheim und Rheinhausen sind groß“, sagt Laudator Pfeiffer. Lisken, 1934 an der Günterstraße geboren, habe sich bereits vor der kommunalen Neugliederung 1975 politisch engagiert. Danach sei es Herzensangelegenheit für ihn gewesen, „sein“ Rheinhausen voranzubringen. Zum Voranbringen habe aber auch die Rettung historischer Gebäude vor dem Abriss gehört. Ohne ihn stünde die Bergheimer Mühle heute wohl nicht mehr. „Und auch der Bunker unter dem Hochemmericher Markt wäre wohl kaum begehbar.“

„Keiner schiebt uns weg“

In die Lobreden im Friemersheimer Lehrerhaus stimmte Alt-Oberbürgermeister Josef Krings ein. Der zitierte aus einem Gottesdienst während des 25 Jahre zurückliegenden Arbeitskampfes um das Rheinhauser Hüttenwerk: „,Niemand schiebt uns weg’ hieß es damals. Ein Motto, das man gut auf Rudi Lisken übertragen kann.“

Der bedankte sich nach all dem Lob vor allem bei seiner Familie. „Sie hält mir den Rücken frei.“ Er engagiere sich für die Bürger, höre sich Sorgen und Nöte an, erhebe das Wort und handele dementsprechend. „Ich bin ein Querdenker“, sagt der Sozialdemokrat. Er denke über Parteigrenzen hinweg. Neben allerlei SPD-Leuten würde er eben auch dem abgewählten Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nahe stehen. „Er wäre gerne zu dieser kleinen Feier gekommen, hat aber leider abgesagt.“

Bevor sich die dann doch überwiegend älteren Herrschaften den Buffet widmeten, noch eins: „Ich freue mich auf das neue Hewag-Altenheim am Hochemmericher Markt. Vielleicht zieht ja der ein oder andere von Ihnen dort ein.“ Wie anfangs beschrieben, der Hahn meldet sich zu Wort, wenn es schwierig wird auf dem Hof. Laut Informationen der Redaktion fehlen der Stadtverwaltung für die Genehmigung des Altenheims noch etliche Unterlagen.

Infobox zum Hewag-Altenheim:

Am 15. Oktober hat die Hellmich-Projektentwicklungsgesellschaft den Genehmigungsantrag für den Bau mit 80 Plätzen und Altenwohnungen gestellt. Sechs eng geschriebene Din A4-Seiten umfasst laut Informationen der Redaktion die Nachforderung der Verwaltung. Unter anderem fehlen Eintragungen zur Barrierefreiheit, zur Anzahl der Stellplätze, zur Heizung und zur Lüftung. Zudem fehle ein zielorientiertes Brandschutzkonzept mit Bewegungsflächen für die Feuerwehr, Zu- und Durchfahrten, Nachweis der Löschwasserversorgung und, und, und. Die Verwaltung setzte eine Frist bis zum 22. November. Sollten die Unterlagen bis dahin nicht vollständig sein, will die Stadt den Antrag gebührenpflichtig zurückweisen. Sind alle Unterlagen beisammen, dauert es laut Amt sechs bis neun Wochen bis zur Genehmigung.

 
 

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