Landschaften von nah und fern

xokuehn

Die Rheinhauser Bezirksbibliothek lädt wieder zu einer Vernissage ein. Im „Kunst-Kabinett“ eröffnen die beiden Rheinhauser Malerinnen Melitta Freitag und Bärbel Josten am morgigen Freitag um 19 Uhr ihre gemeinsame Ausstellung.

Sie sind seit vielen Jahren Schülerinnen von Künstler Franz Schwarz und Tischnachbarn bei seinen VHS-Kursen. „Die Grundlagen haben sie von mir, bringen aber sehr viel eigene Kreativität ein. Ihre künstlerische und technischen Entwicklung ist auch sehr unterschiedlich“, sagt Schwarz. Melitta Freitag präsentiert Landschaftsmalereien in Öl. Als Vorlagen dienen ihr eigene Reiseeindrücke, Urlaubsschnappschüsse oder Bilder berühmter Fotografen wie Win Labuda. Vor allem das Meer beeindruckt Freitag, und bei Musik von Chopin und Bach lässt sie ihre kreativen Säfte fließen. Am besten gefällt ihr das Bild „Die Gletscherhöhle“, das sie nach einem Schweiz-Urlaub aus der Erinnerung malte. „Meine Vorlagen verändere ich, sie sind nie eins zu eins wie ein Foto.“

Anhängerin von Braque und Klee

Auch Bärbel Josten stellt Ausflugsbilder aus. Während Freitag jedoch die Bretagne oder osteuropäische Dünen in Öl verewigt, lässt sich Josten von heimischen Kulissen inspirieren. Auf Acryl und auf Aquarelle bannt sie zum Beispiel niederrheinische Häuser, aber auch Mohnfelder. Ihren Faible für Abstraktionen legt sie jedoch nur bei Stillleben ab. „Ich bin Anhänger von Georges Braque und Paul Klee – ein bisschen Kubismus muss also sein. Ich versuche aber, vom Minimalismus wegzugehen und mehr ins Malerische zu gehen.“

Beide Malerinnen wollen sich auch nach etlichen Jahren als Künstler (Freitag besucht seit 2000 die VHS-Kurse von Franz Schwarz, Josten sogar seit 1991) noch weiterentwickeln und Neues ausprobieren. Wer neugierig auf die Werke ihrer jüngeren Schaffensperioden geworden ist, kann die Ausstellung ab sofort bis Samstag, 2. November, im „Kunst-Kabinett“ zu den regulären Öffnungszeiten der Rheinhauser Bezirksbibliothek besuchen.