Krimiband in Rheinhausen erschienen

Stephan Sadowski
In der Volksbank an der Krefelder Straße fand jetzt die Präsentation des Krimibandes statt, einige Autoren lasen aus ihren Geschichten vor.
In der Volksbank an der Krefelder Straße fand jetzt die Präsentation des Krimibandes statt, einige Autoren lasen aus ihren Geschichten vor.
Foto: Funke Foto Services
In der „Krimizeit in Rheinhausen“erzählt der Großteil der insgesamt zwölf Autoren Mordgeschichten. Ein Gedicht gibt es in dem jetzt erschienen Band aber auch

Duisburg-Rheinhausen.  Sie hat sich einen Herzenswunsch erfüllt: Die Buchhändlerin Linda Broszeit hat jetzt ihren ersten Rheinhauser Krimiband mit verschiedenen Autoren unter dem Titel „Krimizeit in Rheinhausen“ herausgegeben. In den Räumen der Volksbank-Filiale präsentierte sie den in Eigenregie produzierten druckfrischen Band mit zwölf spannenden Geschichten auf starken 336 Seiten, der jetzt erstmals in einer 200er-Auflage erschienen ist.

Ende vergangenen Jahres wurde der Schreibwettbewerb von der Buchhandlung „Bücherinsel“ ausgeschrieben. Vier Monate hatten die Bewerber Zeit, ihre Ideen einzureichen, Stichtag war der 30. April und die besten zwölf Krimis wurden jetzt mit dem Abdruck nach Prüfung einer vierköpfigen Jury prämiert. „Sehr interessant war, dass ich in den ersten vier Wochen zehn fertige Krimis vorliegen hatte, dann eine größere Durststrecke einsetzte und nichts kam“, weiß die Herausgeberin. Zum Ende trudelten aber 34 fertige Storys, die in und um Rheinhausen spielen, bei Linda Broszeit ein.

Das Hauptmotiv in den Geschichten: Rache. Der Hauptfundort von Toten: der Toepper. „Also überlegen Sie sich bitte zukünftig, ob Sie abends an diesem See noch eine Runde drehen wollen!“, warnte Broszeit schmunzelnd die Gäste der Buchpräsentation. „Vielleicht finden Sie dort Dinge, die man besser nicht sieht.“

Viele der Autoren des Bandes waren zugegen, vier hatten die Gelegenheit ihre Geschichten kurz vorzustellen. Besonders beeindruckend war der Vortrag eines „mörderischen Gedichtes“ mit dem Titel „Verhängnisvolle Verse“ von Gila Grawe. Die Moerser Schreiberin bezog in ihrer lyrischen Darstellung das Publikum mit ein, das den von ihr offen gelassenen Reim komplettieren durfte. So lag natürlich unter einer „Friemersheimer Eiche“ „so will’s der Reim, - ‘ne Leiche.“ „Manches in meiner Geschichte ist so hanebüchen geworden, nur damit ich den Reim erhalten konnte“, sagt Gila Grawe.

Eine Autorin war nie am Tatort

Die Münsteraner Autorin Anke Elsner war nie am Tatort. Nur aus dem Internet hat sie sich die Fakten über die Rheinhauser Örtlichkeiten zusammen gesucht: „Überraschungen“ heißt ihre Geschichte, die in den gespenstischen Bliersheimer Villen spielt. Ob ein Mord geschieht? „Das verrate ich nicht, aber eines Abends erlebt die Ich-Erzählerin mit ihrer Freundin eine ‘Überraschung’“, verspricht die eigens aus Münster angereiste Schriftstellerin.

Themen, die immer wieder in den Krimis vorkommen: Der Rheinhauser Arbeitskampf und die Eingemeindung nach Duisburg. „Man merkt richtig: diese Dinge sitzen so tief in den Menschen, dass sie sich diese von der Seele schreiben wollen“, weiß Broszeit.

Immer wieder erstaunt war sie über die Detailverliebtheit und den Lokalkolorit ihrer Autoren. In der Geschichte „Die Bingo-Queen und der falsche Erbe“ erfindet die Rheinhauser Schreiberin Monika Klapdohr eine Truppe aus rüstigen Rentnerinnen, die in Eigenregie in einem Mordfall ermitteln – quasi in bester Miss-Maple-Manier, nur dreifach. „Als ich eines Morgens am Marktforum zum Einkaufen ging, meinte ich diese Damen beim Kaffeetrinken gesehen zu haben“, berichtet Broszeit von einem Deja-Vu-Erlebnis nach der Lektüre dieses Krimis.

Christa Nakonz verortete ihren Krimi „Eiskalt“ im Maler-Viertel in Trompet. Es geht durch die Rubens- und Dürerstraße bis am Trompeter Bahnhof morgens eine Leiche gefunden wird. Und eine Geschichte heißt natürlich „Der Tote vom Toepper“: geschrieben wurde sie von Irena Scharenberg und Gunda Pleve aus Homberg. Pleve arbeitet selbst als Ghostwriterin und sagt: „Ich bin als Kind am Toepper aufgewachsen und es ist ein optimaler Leichenfundort.“

Zwölf Geschichten für 9,90 Euro
Der Band
„Krimizeit in Rheinhausen“ wurde von Linda Broszeit herausgegeben und enthält zwölf Geschichten, das Lektorat übernahm ihr Mann Michael.
Der Umschlag zeigt ein Foto der Anbindungsstraße zum Friemersheimer Logport-Gelände. ISBN-Nr. 3-00-050357-3. Preis: 9,90 Euro.