Kinder mit Down-Syndrom machen Ausdauersport

Robert läuft als Sieger durchs Ziel.
Robert läuft als Sieger durchs Ziel.
Leichtathletikabteilung des OSC Rheinhausen bietet eine spezielle Sportgruppe für Kinder mit Down-Syndrom an und hat damit viel Erfolg

Duisburg-Rheinhausen.  Sportliche Betätigungsfelder für Down-Syndrom Kinder zu finden, ist generell schwierig. Es gibt im Umkreis einige Turngruppen, die sie bei Dehn-, und Streckübungen fördern – es bleibt allerdings beim Turnen für die Kinder. „Wir wollten aber, dass diese Kids sich richtig sportlich betätigen können, so richtig mit Power - im Laufen, Springen, Werfen“, sagt Klaus Laur, Leiter der Leichtathletikabteilung des OSC-Rheinhausen enthusiastisch. Er hat eine Leichtathletikgruppe mit ins Leben gerufen, in der Kids mit Trisomie 21 in puncto Ausdauer, Koordination und Technik der Leichtathletik gefördert werden.

Elterninitiative

„Wir haben einige Anfragen von Eltern der Down-Syndrom-Kinder gehabt, deren Geschwister bei uns schon im Verein bei den „Normalos“ aktiv waren. Die Eltern fragten sich, warum die anderen nicht auch Leichtathletik machen können“, sagt Abteilungsleiter Klaus Laur. Im August 2013 habe sich eine Elterninitiative zusammengesetzt mit dem Ziel diese spezielle Förderung für ihre Kids umzusetzen, um dann Anfang 2014 zu starten mit dem Projekt. Sofort waren bereits vier Kinder mit Down-Syndrom aktiv.

„Das Problem war, einen Übungsleiter zu finden, der auch für Behindertensport ausgebildet ist“, sagt Klaus Laur. Er fragte seinen ehemaligen Nachbarn Jürgen Schlitter, der eine solche Übungsbefähigung besaß, und nahm Kontakt mit dem Behindertensportbund auf, um zu prüfen, welche Auflagen der Verein zu erfüllen habe. Und an denen sei es fast gescheitert. „Da fiel sogar die Hallengröße ins Gewicht, was bei den „Normalos“ vollkommen egal ist“, wundert sich Klaus Laur über Bestimmungen. Ansonsten sei es wichtig, dass regelmäßige spezielle Sportuntersuchungen für die Kinder mit Down-Syndrom gemacht werden. „Sie sind in der Regel vom Herzen nicht so belastbar“, weiß der ambitionierte 59-Jährige. Auch da fand er schnell einen Rheinhauser Arzt, der diese Untersuchungen kostenlos durchführt.

Intensiv werden die Kinder beim Sport betreut, gerade Hilfestellung bei Koordination und Motorik ist wichtig beim Training, genauso wie klare Regeln. Allerdings tauchten Probleme Ende 2015 auf, da der Übungsleiter aus beruflichen Gründen aufhören musste, so dass die Gruppe auseinander zu bröckeln drohte. Eine Mutter habe daraufhin kurzfristig das Training übernommen, nur damit die Kontinuität der Gruppe gewahrt bleibe, bis der Verein einen neuen Trainer gefunden hat. Seit Anfang Januar 2016 ist Iris Nühlen die neue Leiterin. Sie ist auch Inklusionsbetreuerin. „Wir sind auch leicht gewachsen, inzwischen sind sieben Kinder mit Down-Syndrom dabei und eins mit einer Cerebralschädigung“, sagt Klaus Laur, dessen Tochter Alyssa die Gruppe als Jugendwartin mit betreut.

„Es ist überhaupt schön zu sehen, wie geübt wird, wenn die Geschwisterkinder den „Downies“ Hilfestellung leisten“, sagt Klaus Laur. „Die Koordination ist sehr wichtig für die Kinder: es ist gar nicht so einfach, bis ein „Downie“ auf langer Distanz geradeaus laufen kann.“ Die Erfolge stellen sich aber ein, und so habe man schon an einigen Sportfesten teilnehmen können.

Erst kürzlich sei man bei einem Wettkampf in Neumühl gewesen, allerdings: „Leider waren einige unserer Kids erkältet, sie sind eben sehr anfällig für so etwas“, sagt Klaus Laur. Und es ist ein schönes Gefühl, wenn er sieht, mit welchem Selbstbewusstsein seine „Downies“ auch vor größerem Publikum bestehen. „Das ist nicht einfach für sie, aber wir bringen sie langsam dahin. Und irgendwann machen sie es einfach - und haben Spaß dabei“, sagt Klaus Laur.

 
 

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