Heimat in der Fremde finden

Niemand redet mehr über Roma-Kinder in Rheinhausen? Die Rheinhauserin Annegret Keller-Steegmann schon. Die Bergheimer Pädagogin, die an der Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen unterrichtet, hat sich für die Duisburger Akzente, vom 6. bis 22. März, ein Kunstprojekt ausgedacht, dass bestens zum aktuellen Thema „Heimat“ des Kulturfestivals passt. Es heißt „...auf meinen Wegen“ und ist ein Performance-Projekt mit jungen Zuwanderern und Flüchtlingen, die in Duisburg leben.

Mitte März, genauer gesagt am Donnerstag, 12. März, und am Freitag, 13. März, stellen rund 70 Duisburger Schüler um 18.30 Uhr das Projekt, eine Mischung aus Musik-, Tanz-, Theater- und Bildergeschichten, der staunenden Öffentlichkeit vor, in und vor der Liebfrauen Kulturkirche am König-Heinrich-Platz, gegenüber dem City-Palais in Stadtmitte.

Lehrerin Keller-Steegmann, vor allem bekannt geworden für ihr musikalisches Engagement im Bathalo-Projekt für die Bergheimer Roma-Kinder, konnte für ihr neuestes Gesamtkunstwerk wieder zahlreiche Schüler motivieren und mobilisieren, vor allem aus Rheinhausen, von der Lise-Meitner-Gesamtschule, vom Krupp-Gymnasium sowie von der Gemeinschaftshauptschule Friedrich-Ebert Straße. Außerdem nehmen Schüler des Landfermann- und des Steinbart-Gymnasiums in Stadtmitte teil.

Das Kunstprojekt, das die Schüler der vier Schulen momentan unter Regie von Keller-Steegmann an der Lise-Meitner-Gesamtschule in mehreren Werkstätten erarbeiten und proben, wird der Öffentlichkeit im Rahmen der Eröffnung der beiden Ausstellungen „Die Roma-Porträts“ des deutschen Malers Grafikers und Bildhauers Otto Pankok sowie „Die Romareisen“ des schwedischen Fotografen Joakim Eskildsen gezeigt. „Bei unserer künstlerischen Vorführung geht es nicht nur um die Situation junger Roma, sondern um die Zukunft einer ganzen Generation „verlorener Kinder“, die aus Südosteuropa , Syrien und Tschetschenien und andern Krisengebieten kommend in Duisburg gestrandet sind“, erklärt Keller-Steegmann das Ziel des Kunstprojekts „...auf meinen Wegen“.

„Zur falschen Zeit am falschen Ort geboren sind sie darauf angewiesen, dass sie und ihre Familien in unserer Stadt ein Stück neue Heimat finden.“ Was mit den beiden Aufführungen in der Stadtmitte erreicht werden soll: „Wir wollen einladen, genauer hinzuschauen und hinzuhören: Musik-, Tanz-, Theater-, Bildergeschichten von ihren Wegen, ihrem Alltag hier, ihren Sorgen und Hoffnungen.“

Erste Texte, Lieder und Tänze fertig

„Wir wollen uns auseinandersetzen mit Klischees und Vorurteilen - eigenen und anderen - und sie mit künstlerischen Mitteln bearbeiten. Wir wollen den Jugendlichen und ihren Themen eine Bühne geben und der Stadtgesellschaft neue Impulse.“

Nach einigen Tagen Probe sind in den Werkstätten des Lise-Meitner-Gymnasiums schon die ersten Texte, Musiken und Choreographien neu erstanden Man darf also gespannt sein auf die Premiere, mit der künstlerischen Annäherung der Kinder und Jugendlichen an das zeitlose Thema Heimat und Fremde“.

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