Harmonische Revolution

Weltbild.
Weltbild.
Eine Woche lang leiteten die Schüler den Unterricht am Albert-Einstein-Gymnasium

Friedlich war sie, geradezu harmonisch, die „Revolution“ am Albert-Einstein-Gymnasium in Rumeln-Kaldenhausen. Eine Woche lang standen die Kräfteverhältnisse Kopf: In Projektgruppen setzten sich die Schüler selbstständig mit gewählten Themen auseinander, unter Anleitung von Schülerexperten, unter Betreuung von Lehrern. „Generell Kulturell – eine Weltreise“ lautete das Motto der etwas anderen Schulwoche, die die Einsteiner mit einem bunten Fest am Samstag aufklingen ließen. Nun kehrt wieder Normalität ein in den Klassenzimmern. Doch die Woche hat ihre Spuren hinterlassen.

Es ist ungewohnt laut im Chemieraum, an einer Leinwand neben der Tafel läuft ein Film, dramatische Musik dringt aus den Boxen. „Ich bin Nikolas Kopernikus, und das ist meine Vorstellung von der Welt“, erklärt ein junger Mann auf der Leinwand, dessen ausschweifende Gestik Eltern und Schüler gemeinsam verfolgen. Das Weltbild des 16. Jahrhunderts, selbst erarbeitet und umgesetzt in einem Video – eine ungewöhnliche, und doch spannende Aufgabe. „Wir haben zwei Tage lang recherchiert und dann gemeinsam gedreht“, erzählt Oberstufenschüler Nicolas Otten. „Dafür hat man im normalen Unterricht keine Zeit, gerade deshalb hat es besonders viel Spaß gemacht.“

Stolzer Schulleiter

Das Engagement der Schüler während der Projekttage zaubert Schulleiter Karl-Heinz Weber während seiner Eröffnungsrede ein stolzes Lächeln ins Gesicht. „Es ist nicht selbstverständlich, dass ich hier reden darf“, sagt Weber. „Das war eine geordnete Revolution, Unterricht von unten. Wir Lehrer haben unsere Macht für eine Woche abgegeben, und ich kann sagen: Wir haben es mit gutem Gewissen getan.“

Die Aula des Gymnasiums ist rappelvoll, auf der Bühne führt eine Gruppe von Schülerinnen Tänze aus aller Welt vor, Eltern und Lehrer klatschen im Takt. In den Gängen riecht es nach italienischen und türkischen Köstlichkeiten, zahlreiche Plakate an den Wänden zeugen von einer arbeitsreichen Woche. In einem Klassenzimmer stehen selbst gebastelte Brettspiele auf dem Tisch, es geht um die Eroberungen der Wikinger. „Die Schüler haben die Woche genutzt, Kulturen zu entdecken, die nicht im Lehrplan stehen“, erklärt Lehrerin Beate Schulte. „Unsere Intention war, dass verschiedene Kurse sich mit einem Thema auseinandersetzen und innerhalb dieses Themengebiets alle Kontinente besuchen“, erklärt Dennis Gerhards von der Schülervertretung, die wochenlang mit der Organisation betraut war. „Die Inhalte waren vielfältig angelegt, von Sport über Ernährung bis hin zu Wissenschaft.“

Zum krönenden Abschluss des Schulfests müssen schließlich auch die Lehrer beweisen, ob sie etwas gelernt haben. In einer Show à la Günther Jauch tritt Chemielehrer Marc Brode im Wissensduell gegen eine Schülermutter an. Es ist ein Kopf- an Kopf-Rennen der beiden, die um die Wette Fragen beantworten. In einem Stechen entscheidet Lehrer Brode das Duell für sich – zaghaft klatschen die auch die Schüler Applaus.

„Diese Form von Unterricht spricht auch andere Lerntypen an“, weiß Schulleiter Weber, der alle Projekte eingehend betrachtet. „Die Schüler konnten machen, was sie wollten, wie sie wollten, und mit wem sie sollten. Und das haben sie hervorragend getan.“

 
 

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