Großartige Werkschau aus 100 Freitagsmusiken

Ludger Morck staunte nicht schlecht: Alle frisch gedruckten 200 Programmheftchen am Eingang waren vergriffen. „Wenn Sie keins haben, schauen Sie doch bei ihrem Nachbarn rein“, schmunzelte der Kirchenmusiker. Ein Zeichen, dass sein Projekt „Freitagsmusik“, das der Chorleiter 2006 mit einem schlichten Orgelkonzert zu Pfingsten startete, in der Rheinhauser Bevölkerung angekommen ist – denn die Christus-König-Kirche in Bergheim war prall gefüllt. Und zum 100. Jubiläum fuhr der Kirchenmusiker richtige Schmankerl auf, teils eigens einstudiert, teils aus dem Repertoire als „Best of“ - denn viele Weggefährten dieser Erfolgsreihe unterstützten ihn bei diesem stimmungsvollen Konzert. Gut nur, dass Kabarettist Christian Behrens (Kleine Welten) sein frisch geschriebenes „Gedichtchen“, das ursprünglich die nächsten 90 Minuten füllen sollte, doch auf zwei Minuten reduzierte, und die Musiker in medias res gingen: Denn der Gründergeist von Pfingsten lebte wieder auf - mit einem modernen Choral „Spiritus Domini“ von Thomas Gabriel startete das Konzert, Morcks Choralschola machte gesangliche Freudensprünge mit Stefan Büscherfeld am Flügelhorn und dem „Haus- und Hof-Klarinettisten“, Eddy Mioska, der auf seinem Instrument wundersame Läufe beisteuerte. Aufgewärmt – aber gewaltiger und wuchtiger denn je, gab es das „Gloria“ und „Cum Sancto“ , sogar mit frisch geschriebenen Bläserpassagen, aus der „Mass for a New Millenium“ von Richard Nance, die Ludger Morck im Februar 2011 bundesweit mit seinem Kirchenchor einmalig in Bergheim uraufführte.

Ein hochromantisches Meisterwerk, das in der Kompositionstechnik dramatisch, aber auch besinnlich sein kann, boten die Musiker mit der Hymne „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy dar.

Auf ein Sopransolo des Eigengewächses Angela Schaefer, setzte der Chor unisono ein und splittete sich dann vierstimmig, und es entstanden packende musikalische Momente, immer getragen von Jürgen Kuns an der Orgel, als die Sopranistin ihr Flehen durch den Kirchenraum stieß. Morck stellte ein Werk aus seinem Fundus vor – die „Toccata c-moll“, die er während seines Studiums in Aachen schrieb. Hier konnte er seine Spielkunst an der großen Orgel zeigen, denn das Stück ist mit häufigen Takt- und Harmoniewechseln durchsetzt, viele Synkopen wummerten durch das Kirchenschiff. Im „Bolero“ von Maurice Ravel schaffte er mit Eddy Mioska eine recht freie Interpretation dieses Meisterwerks

Das Konzert wurde poppig abgerundet: Als Marius Furche am E-Piano und Ludger Morck an der Orgel auf große Fahrt mit der Titelmusik zum Kino-Hit „Fluch der Karibik“ gingen, applaudierten mehr als 200 Zuschauer stehend. Ab jetzt fließen zehn Prozent der Spenden in die Restaurierung der großen Orgel.

 
 

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