Gewerkschaft kritisiert Zustand der Schulen in Duisburg

Stadtverband der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert den Zustand der Schulgebäude und Sporthallen im Westen der Stadt.

Duisburg-West..  Im Duisburger Westen gibt es 16 Grundschulen und 15 weiterführende Schulen, an zahlreichen dieser Schulgebäude sieht die hiesige Gewerkschaft GEW erheblichen Sanierungsbedarf. Norbert Müller, Vorsitzender des GEW-Stadtverbands und Rüdiger Wüllner, Vorsitzender des Betriebsrates Duisburger Grundschulen, geben einen Überblick.

Im Vordergrund stehen aktuell notwendige Brandschutzsanierungen. Sie betreffen in Rheinhausen die Gemeinschaftsgrundschulen Mevissenstraße, Marktstraße, Pestalozzistraße, die Lise-Meitner-Gesamtschule, das Willy-Brandt-Berufskolleg, das Krupp-Gymnasium und die Willi-Fährmann-Realschule sowie in Rumeln-Kaldenhausen das Albert-Einstein-Gymnasium. Einige Maßnahmen wie die Erneuerung des Brandschutzes am Willy-Brandt-Berufskolleg hat das zuständige Immobilien Management (IMD) bereits abgeschlossen.

Mangel an Hallenkapazitäten

Zweites Thema der GEW: Nach dem Sporthallenbedarfsbericht gibt es besonders in Rheinhausen einen erhöhten Bedarf an Hallen für den Schulsport: an der Grundschule Pestalozzistraße, der Heinrich-Heine- und der Lise-Meitner-Gesamtschule, dem Krupp-Gymnasium, der Willi-Fährmann-Realschule und der neuen Sekundarschule an der Friedrich-Ebert-Straße. Norbert Müller: „Die sehr dringenden Bedarfe sind jedoch in dieser Planung explizit nicht enthalten.“ Dazu zählt der Duisburger GEW-Chef die fehlende Turnhalle der Grundschule Ottostraße in Homberg und die gesperrte, weil PCB-belastete Sporthalle der Gerhart- Hauptmann-Grundschule in Rumeln. Den Neubau an der Ottostraße und die Sanierung an de Breslauer Straße will das IMD jetzt in Angriff nehmen. Dazu Müller: „Die GEW Duisburg hält den Ausfall des Sportunterrichts in diesen Turnhallen für insgesamt mehr als zwei Jahre für ein bildungs- und gesundheitspolitisches Desaster.“

Dringend notwendigen Handlungsbedarf sieht die Gewerkschaft auf Basis der Beschlüsse von Schulausschuss und Rat auch bei den WC-Sanierungen an vielen Schulen, in Rheinhausen in den Grundschulen Krefelder Straße und Bergheimer Straße und in Homberg an der Grundschule Kirchstraße. Die Toilettenanlagen in den Grundschulen Krefelder Straße und Kirchstraße sanierte das IMD seit den Sommerferien, die Sanierung an der Bergheimer Straße steht noch aus. Die Frage, ob ein Teil der Erich-Kästner-Gesamtschule in Hochheide saniert werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Hier hatten sich wegen Materialmängeln im Untergrund Risse in Wänden, Decken und Böden gebildet.

Insgesamt sieht GEW-Chef Müller einen Sanierungsstau an Duisburger Schulen und spart nicht mit Kritik an der Planung: „Viele Sanierungsmaßnahmen in Duisburger Grundschulen werden verschleppt und/oder fehlgeplant, weil die Mitarbeiter des IMD Schäden und Bedarfe begutachten ohne zuständige Personal- oder Schwerbehindertenvertretung einzuschalten, obwohl das immer wieder versprochen wurde.“ Auch Schulleitungen wissen viel zu oft nicht, dass Begehungen durch Mitarbeiter des IMD stattgefunden haben.“ Die Schulleitungen werden mit der Verantwortung für Arbeitsschutz und Gesundheit der Schüler und Lehrkräfte allein gelassen.“

„Planmäßig überlastet“

Den Grund sieht Müller im Personalengpass beim IMD: „Es fehlen zu viele Objektbetreuer und Bauleiter beim IMD oder diese wechseln zu schnell. Darunter leiden Absprachen und die Kommunikation mit Schulleitungen und Kollegien.“ Müller: „Die Mitarbeiter des IMD sind planmäßig überlastet. Es scheint, dass das „Outsourcen“ der Verwaltung der öffentlichen Gebäude nicht nur kein Geld spart sondern auch schlechter organisiert ist.“ Hier bestehe dringender Handlungsbedarf.

Der Vorstand der Lehrergewerkschaft wartet jetzt auf die Sitzung des Schulausschusses am 8.November. Nach Angaben von Norbert Müller will die Stadt dann nicht nur neue Zahlen zum Mangel an Lehrkräften vorlegen, sondern auch über die aktuellen Sanierungsplanungen informieren.

Die Landesregierung reagiert

Zahlreiche Schulgebäude in NRW sind nach Auffassung der Lehrergewerkschaften in einem schlechten Zustand. Für den Unterhalt der Schulen steuerte das Land seit 2010 jedes Jahr jeweils 600 Millionen Euro bei. Sieben Jahre hat die Landesregierung diese Schulpauschale nicht erhöht. Das hat Folgen: Auf rund sieben Milliarden Euro wird der Investitionsstau für Schulgebäude geschätzt. Sieben Monate vor der Landtagswahl hat die Regierung jetzt nachgelegt und für 2017 bis 2020 ein Investitionspaket von insgesamt zwei Milliarden Euro angekündigt. Das Geld soll über ein Darlehen der NRW-Bank fließen, für die Schulgebäude, aber auch für die bessere IT-Ausstattung. Von der Gesamtsumme soll Duisburg rund 86.566.000 Euro erhalten.

 
 

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