Geschichtsträchtiger Rheinhauser Boden

Dieses Denkmal samt Stadtwappen an der Straße In den Werthen hat die Siedlergemeinschaft Hüttenwerk errichtet und ehrt einen ehemaligen Krupp-Arbeitsdirektor.
Dieses Denkmal samt Stadtwappen an der Straße In den Werthen hat die Siedlergemeinschaft Hüttenwerk errichtet und ehrt einen ehemaligen Krupp-Arbeitsdirektor.
Foto: Michael Korte
Das Viertel zwischen den Straßen Im Eck, In der Rheinau und In den Werthen „stiftete“ Rheinhausen einst seinen Namen. Ein lohnenswerter Rundgang.

Duisburg-Rheinhausen..  Wer dieses Veedel von der Werthauser Straße über die Straße Im Eck betritt, befindet sich auf historischem Boden. War es doch dieser Bereich, der dem heutigen Bezirk Rheinhausen seinen Namen gegeben hat. „Die Dorfschaft ,Rynhuessen’ wurde 1215 erstmals erwähnt“, sagt der Asterlager Heimathistoriker Klaus Sefzig. „Sie bestand nur aus wenigen Höfen, Haupthof war 1445 das Lehen der Abtei Werden an Johann van Rynhusen, die Grundstücke lagen hauptsächlich in den Straßen Im Eck und In den Werthen.“

Aber nicht nur die Erinnerung an die quasi Ur-Geschichte Rheinhausens macht einen Steifzug durch die Siedlung zu einem Geheimtipp. Auch die jüngere Geschichte lohnt durchaus der Betrachtung. Und die hat – typisch für Rheinhausen – mit Krupp zu tun. „Alte“ und ehemalige Kruppianer hatten hier am 2. Juli 1949 die Siedlergemeinschaft Hüttenwerk Rheinhausen gegründet. Die Idee zum Bau der Siedlung bestand laut Angaben von Krupp bereits seit 1948. Arbeitsdirektor Wilhelm Zimbehl soll sogar tatkräftig mitgeholfen haben, wenn es wieder mal mit der Materialbeschaffung haperte. Die ersten fünf Doppelhäuser entstanden „Im Eck”. Sie wurden im September 1949 bezogen. Im November 1955 zogen die letzten in die 50 Doppelhäuser, ein Einzelhaus und 18 Reiheneigenheime.

Viele dieser Häuser haben über die Jahrzehnte so manchen Umbau erfahren, ihren Charakter aber trotz oder womöglich sogar wegen der hier und da bunten Fassadenfarben, nie verloren. Was noch auffällt, ist die Ruhe in der Siedlung, was ob der Lage durchaus ungewöhnlich ist. Lediglich Baumreihen trennen das Veedel von der viel befahrenen Margarethenstraße und der von ungezählten Lkw passierten Osttangente zum Rheinhauser Logport-Gelände. Zudem nimmt die Bebauungsdichte, hin in Richtung Rheinhauser Markt, deutlich zu. Friedlich ist es hier, das haben schon vor zehn Jahren in einem Artikel dieser Zeitung, einige Hüttenwerksiedler gesagt. Beklagt haben sie sich jüngst nur einmal, war doch die Plakette zu Ehren Wilhelm Zimbehls verschwunden. „Wir gehen von Diebstahl aus“, sagte Siedler Florian Sauser. Inzwischen ist eine neue Platte auf den Stein geschraubt worden.

Übrigens: Wer seinen Geheimtipp-Streifzug durch die Straßen Im Eck, An der Rheinau oder In den Werthen noch erweitern möchte, muss lediglich einige Treppenstufen überwinden. Und gelang dann fix auf dem parallel zu den Rheinwiesen verlaufenen Fuß- und Radweg. Bis zum großen Strom sind es dann nur noch wenige hundert Meter...

 
 

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