Gelbe Raben, Weltschmerz, Rosen

Carl Korte
Krimis, Kurzgeschichten und jetzt Gedichte. Patricia Vohwinkel, vielseitige Schriftstellerin. Foto: Udo Milbret
Krimis, Kurzgeschichten und jetzt Gedichte. Patricia Vohwinkel, vielseitige Schriftstellerin. Foto: Udo Milbret
Foto: WAZ-Fotopool
Die Rumelner Autorin Patricia Vohwinkel stellt ihren ersten Gedichtband vor. Die Lesung findet in der Rheinhauser Bezirksbibliothek am 27. Januar statt.

Rheinhausen. Diese Frau ist eine wandlungsfähige Wortkünstlerin. Sie begleitete mit ihren drei „Elchtod“-Krimis in den vergangenen zehn Jahren manchen Leser in schlaflosen Nächten. Diese Atmosphäre steigerte die Rumelner Schriftstellerin Patricia Vohwinkel noch bei ihren Kurzgeschichten „Nachtblut“ und „Blutnacht“, die zwischen Grusel, Horror und Krimis angesiedelt waren. Jetzt hat die ehemalige Punksängerin einfach nur „gedichtet“. „Bis die gelben Raben schreien“ heißt der handliche, 80 Seiten starke Band (12,80 Euro), den sie jetzt veröffentlicht hat. Er enthält insgesamt 48 Gedichte.

Das Titelgedicht „Bis die gelben Raben schreien“ eröffnet den Versreigen: „Wie ein Gewitter, das träge im Trüben dräut und lastend im Osten lauert ... das Schwefelgestank aus der Hölle schickt ... bis endlich die gelben Raben schreien ... Ein Blitz schlägt ein, sprengt die Dämme, und öffnet die Schleusentore ...“

„Halte fest an den Momenten“

Es folgen fünf Buchkapitel. Das erste überschreibt Vohwinkel mit „Halte fest an den Momenten“. Darin „beschreibt sie die Glut des Sommers, wie erbarmungslos sie brandschatzt. Sie lässt nur zurück der dürren Grillenflügel karges Lied“. Diese hochmusikalischen Zeilen stehen im Gedicht „Goldregen“, dem mit „Vorfrühling“ und „Die Knospe des Magnolienbaums“ weitere naturpoetische Gedanken folgen. Darin kommen solche majestätischen Wortschöpfungen wie „Purpurkelch“ oder „Blütenblätterherz“ vor, bevor „dunkles Lachen aus der Erde dringt an des Zweiflers Ohr“.

Vier Sonette

Im dritten Abschnitt des Buches hat Patricia Vohwinkel vier Sonette (14 Zeilen), zwei Terzinen (dreizeilige Verse) und eine Ballade (erzählendes Gedicht) geschmiedet, elegant, sprachgewandt und voller Überraschungen. Das beginnt mit „frisch gefall’nem Schnee ... erst frei geflogen ... doch abwärts geht es, wenn die Schwerkraft siegt ...“.

Es folgen Fragestellungen, die auf die Maßlosigkeit menschlichen Existenz zielen: „Was eilst du, hechelst, hastest du und rennst?“ Den menschlichen „Weltschmerz“ beschreibt sie als „waidwund, erschlafft und matt darnieder“. Ihm gönnt Vohwinkel ein „geschenktes Lächeln“, bevor sie fortgeht. Der Rose als Lieblingsblume poetischen Schaffens kann auch die Rumelnerin nicht widerstehen: „... Steh stumm und schau. Schönheit ist nicht geschaffen zu gehören.“

Patricia Vohwinkel liest aus ihrem neuen Band am Freitag, 27. Januar, 20 Uhr, in der Rheinhauser Bezirksbücherei an der Händelstraße.