Gedichte bei Guinness und Whiskey

Oliver Kühn
Martin Küpper ist in Homberg vor allem als Musiker bekannt. Nun macht er sich als Autor von Liebesgedichten einen Namen.
Martin Küpper ist in Homberg vor allem als Musiker bekannt. Nun macht er sich als Autor von Liebesgedichten einen Namen.
Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
Der Essenberger Autor und Musiker Martin Küpper präsentierte Auszüge aus seinem Buch „Der Liebe Sinn“ im Homberger Irish Pub „Dexter-Island“ an der Augustastraße. Seine erste Lesung war ein voller Erfolg.

Duisburg-Homberg. Im Irish Pub „Dexter-Island“, wo sonst irische Folkmusik oder Rock von der Insel zu hören sind, wurden am Wochenende deutlich sanftere Töne angeschlagen. Der Essenberger Musiker und Autor Martin Küpper war nach Homberg gekommen, um aus seinem ersten Buch, dem Gedichtband „Der Liebe Sinn – Wenn die Liebe nur bis zum Kaffee bleibt“ zu lesen. Es sollte ein äußerst erfolgreiches Debüt für ihn werden.

Gut gefüllt war der kleine, urige Pub an der Augustastraße schon lange bevor Küpper ans Mikrofon trat. In seiner ersten Lesung präsentierte der 32-Jährige Auszüge aus seinem Erstlingswerk, das allen seinen Schwärmen, Herzensdamen und Ex-Freundinnen gewidmet ist. „Es geht in dem Buch um Beziehungen, die alle in die Hose gegangen sind“, sagt er. Schon als Teenager habe er mit dem Dichten angefangen, um Rückschläge zu verarbeiten, „eine andere Sicht darauf zu bekommen, Lösungsansätze zu finden und einen Weg aus dem Elend“.

Reise durch gescheiterte Beziehung

So ernst das Thema und seine Gedichte auch sind, seinen Humor hat sich der Essenberger bewahrt, was auch beim Publikum gut ankam und mit einigen Lachern honoriert wurde. „Ich rechne nicht damit, dass heute Abend eine meiner Verflossenen kommt. Falls aber doch, werde ich ja sehen, wie gut ich die Geschichte verarbeitet habe.“ Seine literarische Reise, die von Gitarrist Reiner Heger musikalisch begleitet wurde, nahm das Publikum mit durch vier Stadien einer gescheiterten Beziehung: Die Verliebtheit, die erfüllte Liebe, das Beziehungsende und die Verarbeitung des Trennungsschmerzes. Anekdoten, wie es zu den ausgewählten Gedicht gekommen war und welche Gedanken dahinterstecken, lockerten die Atmosphäre immer wieder auf und sorgten dafür, dass sich seine Zuhörer auf die eine oder andere Weise in seinen Werken wiederfinden konnten.

Ein Schwarm sah ihn nur als Freund und lud Liebeskummer bei ihm ab. Ein anderes Mal wurde er vom Partner nur ausgenutzt oder war bloß ein Lückenbüßer. Aber auch positive Verse hatten für einige Wiedererkennungswert, etwa über das Aufwachen in lustschweißdurchzogenen Laken, wenn dann doch zwei Menschen zueinander gefunden hatten.

Blieb es, während er seine Gedichte las, zunächst mucksmäuschenstill, war anschließend der Applaus umso lauter. Am Schluss waren alle Gäste begeistert und feierten mit dem Autoren seine erste erfolgreiche Lesung bei Guinness und Cider. „Ich kann mich mit vielen Gedichten identifizieren“, sagte etwa Jennifer Burbach, und auch Marcel Wittwer gefiel es. „Hut ab, dass er so emotional an die Sache herangeht.“
Wie vielen Frauen sein Gedichtband jedoch gewidmet ist, das verrät Martin Küpper nicht. Doch er rät allen Fans: „Haltet den Glauben an die Liebe fest.“ Er hat es trotz allen Herzschmerzes der vergangenen Jahre getan, und es hat sich für ihn ausgezahlt: Er ist gerade frisch verliebt, in einer jungen Beziehung und arbeitet schon an einem Fortsetzungsband.