Für den europäischen Austausch

„Ist die Chilischote schon fertig?“, ruft es durch die Schulküche der Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen. Dass hier gekocht wird, ist weder zu übersehen noch zu „überriechen“. Zwiebeln werden angebraten, Kürbis geraspelt und Hackbällchen geformt. So standen gestern deutsche und ungarische Schüler gemeinsam am Herd. Neun Gäste der Partnerschule Csik Ferenc Altalanos Iskolaes Gimnazium aus Budapest sind in dieser Woche zu Besuch.

Es ist bereits der zweite Aufenthalt der Ungarn in Rheinhausen – im Rahmen der Kooperation der Schulen, die vor anderthalb Jahren auf den Weg gebracht wurde: „Wir wollen den europäischen Gedanken vorantreiben“, sagt Schulleiter Klaus Stephan. „Viele stellen das aktuell in Frage.“ Als er jung war, sei es nicht selbstverständlich gewesen nach Osteuropa zu reisen. „Es ist gut, wenn unsere Schüler die Mobilität in Europa kennenlernen“, sagt er über den Austausch.

Die Schüler, die am Austausch teilnehmen, sind in verschiedenen Jahrgangsstufen, zwischen 13 und 17 Jahren alt. Im Mai war Sprachkoordinatorin Ingrid Debus mit Schülern in Budapest – von der Stadt ist sie begeistert, berichtet auch von einer Exkursion nach Viségrad und einer Dampferfahrt über die Donau. Die Schüler waren damals in ungarischen Familien untergebracht – genauso wie die ungarischen Schüler nun bei Gastfamilien in Deutschland wohnen während ihres Aufenthalts: „Dann kommt es in der Regel zu intensiveren Kontakten.“

Und zur Verbesserung der Sprache: Die ungarischen Schüler lernen Deutsch als Fremdsprache, daher können sie in Deutschland ihre Sprachkenntnisse unter Beweis stellen. Lehrerin Etelka Happ aus Budapest freut sich: „Es wird sehr viel Deutsch gesprochen untereinander.“

Ein volles Programm wurde den Austauschschülern in dieser Woche geboten: Stadtspiel in Duisburg, Eislaufen, Exkursion nach Düsseldorf, Ausstellungsbesichtigung im Oberhausener Gasometer und anschließendes Shopping im Centro: „Nur bummeln“, berichtet Emese (16) von diesem Ausflug, während sie die Fleischbällchen mit zubereitet. Sie war vor einem Jahr schon einmal mit in Duisburg zu Besuch.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Emilia (17) von der Lise-Meitner-Schule freut sich bereits auf die Reise nach Budapest, die sie im kommenden März erwartet. „Man tauscht sich aus über Schule und Freizeit“, sagt sie. Bei Letzterem gebe es viele Gemeinsamkeiten, bei der Schule auch einige Unterschiede. Zum Beispiel beinhalte die Grundschule dort acht Jahrgänge, weiterführende Stufen mit inbegriffen, erklärt Lehrerin Etelka Happ aus Budapest.

In der Schulküche wird derweil fleißig weiter geschnippelt und gerührt – auf dem Speiseplan stehen Kürbissuppe und Kürbisauflauf. Das ist zwar weder typisch Deutsch oder Ungarisch, passe aber zur Jahreszeit, meint Ingrid Debus. Und auch zum abschließenden Ausflug am Freitag in den Movie Park, nur ein paar Tage vor Halloween...

 
 

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