Finanzierung der Betuwe-Linie am Niederrhein steht erst 2012

Die Güterzüge auf der Betuwe-Linie bremsen Autofahrer aus, teilen Stadtteile und machen Lärm. Die Bahn zögert beim Ausbau der zweigleisigen Strecke und beim damit verbundenen Lärmschutz für Anlieger. Deutsche Bahn und das Land NRW wollen 2012 die Finanzierung vereinbaren. Archivbild: Dirk Schuster / WAZ FotoPool
Die Güterzüge auf der Betuwe-Linie bremsen Autofahrer aus, teilen Stadtteile und machen Lärm. Die Bahn zögert beim Ausbau der zweigleisigen Strecke und beim damit verbundenen Lärmschutz für Anlieger. Deutsche Bahn und das Land NRW wollen 2012 die Finanzierung vereinbaren. Archivbild: Dirk Schuster / WAZ FotoPool
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Bahn-Chef Grube und NRW-Verkehrsminister Voigtsberger wollen 2012 die Finanzierung der Betuwe-Linie zwischen Emmerich und Oberhausen vereinbaren. Doch die Vorbereitungen, mehr Güterverkehr auf die bestehenden Gleise zu setzen, laufen längst.

Am Niederrhein. Die Finanzierung der Betuwe-Linie zwischen Emmerich und Oberhausen wollen Bahn-Chef Grube und NRW-Verkehrsminister Voigtsberger erst 2012 vereinbaren. Dabei laufen längst die Vorbereitungen, mehr Güterverkehr auf die bestehenden Gleise zu setzen.

Es geht voran. Aber nur in kleinen Schritten. Die Landesregierung und die Deutsche Bahn AG wollen den wichtigen Bahnprojekten in Nordrhein-Westfalen neuen Schwung geben. Darauf haben sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, und NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger am Mittwoch in Bonn verständigt. Im kommenden Jahr soll in einem Spitzentreffen mit dem Bund unter anderem eine gemeinsame Erklärung zum Ausbau der Strecke Emmerich – Oberhausen („Betuwe-Linie“) unterzeichnet werden, die die Eckdaten einer Finanzierungsvereinbarung festschreibt (zum Betuwe-Spezial von DerWesten).

36 Prozent Land, 64 Prozent Bund

NRW hatte sich bereiterklärt, seinen Anteil in Höhe von 36 Prozent an der Finanzierung zuerst einzubringen, um eine zügige Realisierung des Vorhabens zu ermöglichen. Der Bund zahlt 64 Prozent. Minister Voigtsberger und DB-Chef Grube hoben das Interesse beider Partner am Ausbau der Infrastruktur hervor und unterstrichen, dass die Gespräche hoffen lassen, dass auch die Bundesregierung von der Dringlichkeit und Notwendigkeit des Projektes überzeugt ist.

Nach Einarbeitung der neuesten Prognosewerte für die künftige Zahl der Züge hat die Deutsche Bahn dem Eisenbahn-Bundesamt bereits im August die Unterlagen zur Einleitung der Planfeststellungsverfahren in den Abschnitten Rees – Haldern, Oberhausen und Emmerich – Praest zugeleitet.

„So weit waren wir vor einem halben Jahr auch schon mal“, kommentierte Lothar Ebbers vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ die Erklärung des Ministers und des Bahnchefs. In absehbarer Zeit rechnet Ebbers nicht mit einem Beginn der Baumaßnahmen fürs dritte Gleis beziehungsweise für den Lärmschutz. „Das wird mit Sicherheit zweieinhalb Jahre dauern. Solange nicht geklagt wird“, betonte Ebbers. Womit allerdings nicht zu rechnen sein dürfte. Nicht nur die Bürgerinitiative IG Biss, die sich für einen Neubau der Strecke entlang der Autobahn 3 einsetzt, ist strikt gegen die Planung eines dritten Gleises entlang der bestehenden Strecke. „Vor 2015 wird wenig laufen“, prophezeit Ebbers.

Geld für Duisburg und den Rhein-Ruhr-Express

Im Hintergrund laufen längst die Vorbereitungen, mehr Verkehr auf die bestehenden Gleise zu setzen. „Nur durch Zufall haben wir erfahren, dass das elektronische Stellwerk in Emmerich bereits im Oktober in Betrieb gehen soll. Dann ist die Blockverdichtung nicht mehr weit“, macht Ebbers deutlich. Das eigentlich zugesagte Planverfahren dazu samt Bürgerbeteiligung hat allerdings noch nicht stattgefunden.

Gute Nachrichten gab’s aber in Sachen Rhein-Ruhr-Express und Duisburger Hauptbahnhof. Minister Voigtsberger erklärte, dass ihm von Seiten der Bundesregierung eine feste Zusage über die noch ausstehenden 15 Millionen Euro Planungskostenbeteiligung vorliegt, die noch in diesem Jahr bereitgestellt wird. Land und Bahn verständigten sich zudem darauf, gemeinsam eine Bahnhofskonferenz zu veranstalten, um neben der Modernisierungsoffensive 2 auch den zügigen Fortschritt der großen Bahnhofsprojekte wie Dortmund, Duisburg und Münster sicher zu stellen.

 
 

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