Engelhaft gespielte Posaunen

Das Bläser-Quartett „BlechWech“.
Das Bläser-Quartett „BlechWech“.
Foto: privat
Bläser-Quartett „BlechWech“ lieferte sich von der Orgelbühne aus einen musikalisch ausufernden Dialog mit Ludger Morck. Freitagsmusik-Publikum begeistert

Duisburg-Rheinhausen.  Schon die Lesung an Allerheiligen nahm vieles vorweg, was sich am Abend in Christus-König ereignen sollte. „Wer möchte nicht mit Posaunen von Engeln im Paradies empfangen werden“, zitierte Ludger Morck Worte aus der Offenbarung des Johannes in seiner Anrede. Darauf begrüßte das Bläser-Quartett „BlechWech“ mit seinen zwei Posaunen, die etwa 90 Zuhörer, die zur 90. Freitagsmusik erschienen waren - und die Profimusiker arbeiteten von nun ab an der musikalischen Offenbarung, von der morgens noch die Rede war, indem sie engelhaft ihre Instrumente spielten.

Voller Klang

Sie nutzten gezielt die himmlischen Sphären der spärlich beleuchteten Christus-König-Kirche, bliesen das erste Stück „Entrada Festiva“ von Floor Peeters- quasi als festliche Einleitung - von der Orgelbühne herunter, erzeugten damit einen vollen Klang, der in der Kirche zu schweben schien – und man merkte, warum Chöre vorzugsweise von da oben singen.

Das Quartett ließ sich nicht davon abhalten, Einkehr zu halten am britischen königlichen Hof des Barock, und interpretierte die Ouvertüre aus Henry Purcells kleiner Oper „The Fairy Queen“ aus dem Jahr 1692 mit seiner wunderschönen Rondo-Form jetzt frontal, begleitet von Ludger Morck an der kleinen Orgel. Im verquirlen Wechselspiel übernahmen wahlweise Trompeter Stefan Büscherfeld oder Posaunist Christian Muche die Hauptmelodielinie.

Auch das vielleicht taktmäßig anspruchsvollste Werk „Canzona“ von Orazio Vecchi, das mit sogenannten Triplern, also sehr schwierigen Takt- und Rhythmuswechseln, durchsetzt ist, spielten sie anstandslos. Den Pfingst-Hymnus „Veni Creator spiritus“ hat ja Gustav Mahler in seiner „Symphonie der Tausend“ sehr impulsiv mit einem Hit-Charakter verwendet, das Quartett „BlechWech“ hatte einen anderen Zugang und wählte eine schwelgerisch getragene Version eines unbekannten Komponisten. Einen musikalisch ausufernden Dialog lieferten sich die Bläser mit Ludger Morck an der großen Orgel bei „Grand Choeur Dialogue“ – und spielten noch mal mit Engelszungen von der Orgelbühne für das begeisterte Publikum.

Studierte Musiker

Die Formation „BlechWech“ besteht aus studierten Musikern aus der Umgebung und langjährigen Weggefährten von Ludger Morck: Stefan Büscherfeld (Trompete), Stephan Struck (Trompete), Christian Muche (Posaune), Andreas Hammen (Posaune).

Sie spielt seit etwa elf Jahren zusammen und hat sich nicht nach dem gleichnamigen Titel „Das Blech“ der Berliner Band „Spliff“ benannt. Die Formation liefert auch Jazz-Konzerte mit Stücken von Cab Calloway und Dixie-Land-Jazz.

 
 

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