Eine wahrlich beschwingte Matinee

Man muss unweigerlich an die Jazz-Pianistin Barbara Dennerlein denken, wenn man den Namen Eva Dannenberg hört. Mit ihrer Formation „Jazz Es“ unterhielt die Musikerin 30 Gäste im Rheinhauser Kom’ma-Theater bei einer Swing-Matinee. „So viel Freiheit, wie im Jazz hast du in keiner Musikart – du kannst schauen, ob du den Song in einen Calypso oder Samba entwickelst oder ihn doch im Swing enden lässt“, sagt die Gesangslehrerin, die Kurse an der Moerser Musikschule gibt. „Das mit dem vielstimmigen Gesang hat sich bei uns entwickelt, es gibt also keine geschriebenen Chorsätze“, erzählt Eva Dannenberg, die auch Piano spielt..

In dem Programm, das Andrea Mürmann an den Percussions und Susanne Kiesow als Sängerin mitgestalten, sind viele vergessene Standards enthalten. „Night and Day“, ein Stück bei dem die Sängerin Susanne Kiesow unweigerlich an eine Kaffeewerbung denken muss, wird neu aufgepeppt dank schon fast „orchestraler Begleitung“ durch die Pianistin. „Und es ist nicht von Cole Porter gesungen worden, sondern geschrieben“, räumt Eva Dannenberg Irrtümer aus. Als „Black Orpheus“ von Luiz Bonfa angekündigt wird, hört man Raunen bei den Zuhörern. Susanne Kiesows Mezzosopran definiert sich bei dieser schleppenden Ballade mit rauchigem Timbre, spärliche Triller am Piano umspielen den Gesang. Immer finden sich die drei Musikerinnen im Chorgesang wieder, in ungewohnten Harmonien, die aber die individuelle Prägung eines jeden Stückes garantieren.

Bevor sie „This is the Life“ von der schottischen Country-Sängerin Amy MacDonald, was noch vor neun Jahren in den Charts war, spielen, erfüllt sich Andrea Mürmann einen Herzenswunsch. Das Stück möchte sie mit einer Video-Kamera aufnehmen und springt von der Bühne, um sie einzuschalten.

Die Zuschauer finden es lustig – fragen sich aber, warum die drei nicht das ganze Konzert aufgenommen haben. Denn das entwickelt sich zum Ende Richtung Samba mit einer gewagten Fassung von „One note Samba“ von C. Jobim. Vorzüglich spielt Tochter Antje Dannenberg „Stairway to heaven“ auf dem E-Piano, bevor sie dann eine abgefahrene Version eines Jazz-Stückes „Anthropology“ von Charlie „Bird“ Parker abliefert, in dem man dessen verquirlte Saxophon-Phrasen erahnen kann.

„Alles hat Hand und Fuß“

Rita Sürmond ist Gesangsschülerin bei Eva Dannenberg und meint: „Alles was sie macht hat Hand und Fuß, die Standards sind immer wieder neu.“ Am Schluss muss sie selbst ran, genauso wie alle anderen im Publikum – es ist ein bisschen wie bei Anja Lerch – allerdings im Swing und so singen 30 Leute „Versuchs mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelboch. Geht nicht, gibt’s nicht, denn 30 Textzettel liegen aus....

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel