Eine Saga aus Oestrum

Daniel Cnotka
Das Titelbild des neuen Werkes „Joop in Amsterdam“. Dabei handelt es sich um den Tränenturm (Schreierstoren) in Amsterdam.
Das Titelbild des neuen Werkes „Joop in Amsterdam“. Dabei handelt es sich um den Tränenturm (Schreierstoren) in Amsterdam.
Foto: Privat
Der Autor Harald von Rheinhausen hat den zweiten Band über die Familie Schmitz geschrieben. Auch hier trifft wahre Geschichte auf Fiktion.

Duisburg-Rheinhausen.  Die Geschichte Rheinhausens lässt sich, etwas platt gesagt, in zwei Bereiche teilen: vor dem Bau des Krupp-Hüttenwerks Ende des 19. Jahrhunderts und eben danach. Harald von Rheinhausen, Kulturberater, gelernter Historiker und Hobbyautor aus Oestrum, der heute in Mainz lebt, befasst sich mit der Zeit weit vor Krupp. Seine Romane spielen im 17. Jahrhundert. Sie erzählen die Geschichte der (erfundenen) Familie Schmitz aus Hochemmerich. Nach „Peter Schmitz – Der Schmied von Hochemmerich“ ist jetzt der zweite Teil der sogenannten „Schmitz-Saga“ erschienen: „Joop in Amsterdam“.

„Der Band handelt von Johannes-Peter, genannt Joop Schmitz, dem Enkel des Schmieds aus dem ersten Buch“, erklärt der Autor. Er beschreibt die Abenteuer Joops in den Niederlanden, eine Reise des Mannes nach Java und auch dessen Rückkehr. „Auf dem Schiff passiert dann etwas Außergewöhnliches, das in einen dritten Teil der Saga mündet“, sagt von Rheinhausen, ohne jedoch Details zu verraten. Die muss man dann schon selbst nachlesen...

Die Handlung des aktuellen Werkes endet im Jahr 1666, bis in das Jahr 1679 möchte Harald aber auf jeden Fall in weiteren Teilen weitererzählen. In diesem Jahr starb Pfarrer Bernhard Isaaci, der bis zu seinem Tode an der Rheinhauser Christuskirche an der heutigen Friedensstraße gepredigt hat. Dieser Fakt der Rheinhauser Geschichte ist nämlich auch Teil der Erzählungen Harald von Rheinhausens.

Immer wieder lässt der Geschichts-Kenner tatsächliche Geschehnisse aus der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) in seine aufwendig recherchierten Romane einfließen. „Ich möchte die damalige Welt aus Sicht der einfachen Menschen, nicht aus der der Herrschenden zeigen. Und das im möglichst korrekten Umfeld.“

Im Jahr 1678 kamen übrigens auch die Kirchenglocken in die älteste Kirche Rheinhausens. „Gegossen wurden sie in Utrecht und in Köln, heute funktionieren sie leider nicht mehr.“ Um das zu ändern, sind laut Harald von Rheinhausen um die 60 000 Euro notwendig. „20 000 Euro sind für die Sanierung bereits zusammengekommen.“

Lesung beim „Glockenaktionstag“

Einen Teil des Betrages hat Harald von Rheinhausen mit seinem Buch beisteuern können. Er hat bei Lesungen gesammelt, zusammen mit seiner Frau Barbara von Mainz kleine Glöckchen und auch einige ihrer Bilder verkauft – diese sind unter anderem in den Büchern der Schmitz-Saga abgedruckt. Die nächste Lesung ist für Sonntag, 20. Oktober, geplant. Details zum sogenannten „Glockenaktionstag“ will die Kirchengemeinde schon bald bekannt geben. Fest steht bisher, dass Harald von Rheinhausen den Tag über präsent ist und dass es Führungen durch das Gotteshaus geben soll.

Das dritte Werk der Saga ist bereits in der Mache, es soll in anderthalb bis zwei Jahren fertig sein. Ein Traum des 58-jährigen ist es, Band für Band weiter zu schreiben, um dann irgendwann kurz vor dem Bau des Hüttenwerkes, quasi der Neuzeit, zu enden. „Bis dahin vergehen aber wohl noch ein paar Jahre bis Jahrzehnte.“

Info-Box:
Die Bücher
„Peter Schmitz – Der Schmied von Hochemmerich“ und „Joop in Amsterdam“ sind im Eigenverlag erschienen, haben daher keine ISBN-Nummern. Zu bekommen sind sie über die Homepage des Autors (www.schmitz-saga.de) und im Rheinhauser Buchgeschäft „Bücherinsel“, Friedrich-Alfred-Straße 93.
„Joop in Amsterdam,
218 Seiten, 20 Farbbilder von Barbara von Mainz, ein Foto und drei Karten, kostet pro Exemplar 18,80 Euro. Zwei Euro davon sind eine Spende für die Reparatur der Glocken der Christuskirche in Hochemmerich.