Echospiel der Instrumente

„Ich hatte mir gewünscht, dieses Neujahrskonzert schon nach der Eröffnung des neuen Pfarrheims zu spielen“, sagte Ludger Morck eingangs. „Die Eröffnung wird es aber erst Mitte März geben“, so Helmut Heinz, Mitglied im Bauausschuss an Christus-König. Bereits fünf Mal haben die katholische Rheinhauser St. Peter/Christus-König-Gemeinde und die evangelische Hochemmericher Christuskirchengemeinde ein großes Neujahrskonzert ausgerichtet. „Meistens fand es im Saal der Christuskirche statt“, so Mitveranstalter Ludger Morck. Hier in der heimischen Bergheimer Christus-König-Kirche konnte sich der Kirchenmusiker „nicht vor größeren Aufgaben drücken, wie ich es sonst gerne tue“, sondern musste selbst die Neujahrsansprache halten - kurz und knapp und natürlich mit einem Schmunzeln, wie man es von dem sympathischen Organisten kennt.

Zwei Fliegen hatte er dazu mit einer Klappe geschlagen bei diesem Neujahrskonzert, fand es doch als 116. Veranstaltung in seiner Reihe „Freitagsmusik“ statt. Es wurde Hof gehalten: Nicht nur, dass viele „Haus- und Hofmusiker“, mit denen Ludger Morck so manches Konzert bestritt, dabei waren, auch die Titelauswahl beinhaltete viel „höfischen“ und festlichen Barock.

Sanfter Paukenwirbel

Schon in dem Eröffnungsstück „Konzert C-Dur“ von Antonio Vivaldi zeigten die beiden Trompeter Stefan Büscherfeld und Stephan Struck ihre Spielfertigkeit, schufen um Töne versetzte, flink geblasene Zweiklänge, um wieder in Unisono-Passagen zusammen zu finden, während Ludger Morck am Cembalo und Jürgen Kuns an der kleinen Orgel die Solisten rhythmisch trugen, und Martin Lenninger so manchen sanften Paukenwirbel streute.

Besonders schön und schwierig zu spielen, war das Stück „1. Concierto“ für Orgel und Cembalo von Pedro José Blanco, denn Kuns und Morck spielten mit dem Rücken zueinander gewandt, hatten also keinen Blickkontakt, um sich die Einsätze zu geben. „Ich habe extra einen Spiegel an der Orgel dafür angebracht“, verriet Jürgen Kuns lächelnd. So entwickelte sich ein mit Fugen durchzogenes Echospiel der Instrumente, das aber schon Mozartsche klassische Themen aufnahm und in dem mal das Cembalo, mal die Orgel die Melodie vorgab.

Ähnlich wie Vivaldis Eröffnungsstück war die Arie „Let the bright Seraphim“ von Georg Friedrich Händel auf die schmetternden Trompeten zugeschnitten, und gewährte Stephan Struck und Stefan Büscherfeld größtmöglichen solistischen Freiraum, der ihnen allerdings schwierigste Trillerfolgen abverlangte. In dem Stück “Offertoire „Il es né, le divin enfant““ des Spätromantikers Marcel Dupré wurde es nachweihnachtlich, schimmerte das Thema zu dem Kirchenlied „Gottes Sohn ist uns heut’ geboren“ durch. Morck wagte eine Gegenüberstellung und spielte später das gleiche Stück in einer Bearbeitung des modernen Spätromantikers Hans-André Stamm aus Leverkusen, ein bisschen schwieriger zu verstehen über die entrückten Harmonien.

Dafür schmetterte Hans-André Stamms „Introduktion“ für Trompeten, Pauken und Orgel von der Orgelbühne wie in einem schwarz-weiß Krimi mit Erik Ode, denn der Effekt war eine größere Dynamik, und ein monumentaler Gesamtklang wie in einer Filmmusik entstand. Das Spiel vor dem Altar ließ dagegen eine bessere Verortung der einzelnen Instrumente zu. Etwa 200 Gäste genossen den Sektempfang in der Pause des Konzerts und applaudierten begeistert nach dem barocken „Concerto in F“ für Trompeten, Pauken Cembalo und Orgel von Tomaso Albinoni, das alle fünf Musiker zum Schluss gemeinsam spielten.

 
 

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