Die Erinnerung wach halten

Wer war Sándor Szombati? „Sandor war ein sehr kreativer, auch ein sehr herzlicher, emotionaler Mensch“, sagt seine Witwe Jutta Hetges mit einem Ausdruck liebevoller Erinnerung. Der Künstler Sándor Szombati, 1951 in Pecs im Süden Ungarns geboren und aufgewachsen, schuf in 22 Jahren in seinem Atelier in Rheinhausen Hunderte Objekte und Skulpturen. In seinem Werkraum unter dem Dach des evangelischen Gemeindehauses an der Wörthstraße in Friemersheim arbeitete Szombati oft abends „bis in die Nacht hinein“, erinnert sich Jutta Hetges. „Dann hatte er seine Muße.“

Er war ein leidenschaftlicher Künstler. Doch Sándor Szombati starb viel zu früh, 2006. Es war Krebs. Seine Witwe, Freunde und Bekannte wollen die Erinnerung an Sandor wachhalten. Sie gründeten jetzt in Friemersheim einen Förderverein. Erklärtes Ziel: Das Werk des Künstlers soll der Öffentlichkeit in einer Dauerausstellung präsentiert werden. Das Besondere daran ist der Ort der geplanten Werkschau: Die Katholische Kirche St. Laurentius in der Eisenbahnsiedlung. Das Gotteshaus wurde 1931 erbaut. Seit 2008 steht es leer.

Wie alles anfing : Sándor Szombati und Jutta Hetges studierten in den frühen 80er Jahren Musik. Danach gab der Ungar Gitarrenunterricht, an der Niederrheinischen Musikschule in Duisburg, später in Rheinhausen. Der Unterricht wurde für den Künstler zum zweiten beruflichen Standbein. Jutta Hetges: „Wir lernten uns 1984 über einen gemeinsamen Musikerfreund hier im Gemeindehaus Wörthstraße kennen.“ Beide spielten Gitarre, Jutta in einer Band, die irische Volksmusik machte. Sandor half Jutta im Gemeindehaus bei den Aufnahmen für eine Demo-Kassette. „Ebenfalls 1984 besuchten wir gemeinsam ein Musik- und Kunstfestival im toskanischen Montepulciano namens „Cantiere Internazionale d’Arte“: Das Fest richtete kein Geringerer aus als der berühmte Komponist Hans-Werner Henze.

Das Paar wohnte in einem Haus direkt neben dem Gemeindezentrum. Zu den Nachbarn gehörten Kabarettist Ulli Masuth und Jürgen Thiesbonenkamp, damals Pfarrer an der Kreuzkirche gleich gegenüber, heute Vorsitzender der Kindernothilfe in Duisburg. Mit dem Tod von Sándor Szombati fand das gemeinsame Glück des Paars ein trauriges Ende. Seitdem liegt der Nachlass der Künstlers als ungehobener Schatz, inzwischen gut verpackt, im rund 170 qm großen Dachkammer-Atelier zu Friemersheim. Doch nun soll die Geschichte ein tröstliches, würdiges Ende finden.

Die Evangelische Kirchengemeinde Friemersheim will das Gelände ihres leer stehenden Gemeindezentrums an der Wörthstraße in naher Zukunft verkaufen. Dem Vernehmen nach ist hier Wohnungsbau geplant. Daher erhielt Jutta Hetges schon vor Monaten Post von der Gemeinde, mit der Bitte um Räumung, möglichst bald. „Im Freundeskreis haben wir dann überlegt, wie wir den Fundus von Sándor Szombati präsentieren können“, erzählte der Friemersheimer Burkhard Biella . „Da sind wir auf die vielen leer stehenden Kirchen in Duisburg und schließlich auf St. Laurentius gekommen.“

Der Backsteinbau an der Martinistraße eignet sich mit seinem rechteckigen Grundriss und seiner säulenfreien Basilika auf mehr als 200 qm gut für Ausstellungen, befanden die Freunde von Sándor Szombati um Jutta Hetges, Burkhard Biella und Sabine Haustein schon bei den ersten Besichtigungen. Später sollen hier nicht nur Szombatis Werke, sondern auch Wechselausstellungen gezeigt werden.

 
 

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